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Monitoring-Handbuch

In diesem Handbuch werden die aktuellen deutschen Bund/Länder-Messprogramme (BLMP) zur Überwachung der Meeresumwelt von Nord- und Ostee beschrieben. Es handelt sich um ein lebendes Dokument, das mit fortschreitender Weiterentwicklung der Anforderungen, Methoden und Bewertungssysteme laufend angepasst wird.

 

Das Handbuch ist in thematische Kennblätter gegliedert, z.B. zu den Themen "Fische" oder "Schadstoffe".

 

Die hier dargestellten Monitoringprogramme von Bund und Ländern erstrecken sich auf

  • das Gebiet von Nord- und Ostsee im Rahmen der Übereinkommen von OSPAR und HELCOM (sowie weiterer EU- und (inter)nationaler Regelungen zur Meeresüberwachung),
  • die Küstengewässer (im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes und der Wassergesetze der Küstenländer),
  • sowie die Mündungsbereiche von Flüssen (bis zur jeweils seewärtigen Begrenzung der Flussmessprogramme).

 

Die Begriffe Monitoring(programm) und Überwachung(sprogramm) werden in diesem Handbuch i.d.R. synonym benutzt. Zwischen den Richtlinien und Übereinkommen weicht die Nomenklatur allerdings z.T. voneinander ab.  Sofern ein spezifisches Programm einer Richtlinie angesprochen wird, wird versucht, dies auch ausdrücklich zu benennen, z.B. „MSRL-Monitoringprogramm“.

 

alle Monitoring-Themen

Biologisches Monitoring - Flora (Inhalte: 2)

Makrophyten (4)
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Phytoplankton (6)
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Biologisches Monitoring - Fauna (Inhalte: 5)

Zooplankton (7)
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Fische (8)
Details
Vögel (10)
Details
Makrozoobenthos (25)
Details
Säugetiere (30)
Details

Biologisches Monitoring - Flora & Fauna (Inhalte: 1)

Nicht-einheimische Arten
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Chemisches und biologisches Monitoring - Schadstoffe (Inhalte: 3)

Biologische Schadstoffeffekte (14)
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Schadstoffe (28)
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Schadstoff-Einträge
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Chemisches Monitoring - Hydrochemie (Nährstoffe) (Inhalte: 1)

Hydrochemie (Nährstoffe) (23)
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Physikalisches Monitoring - Meeresboden (Inhalte: 2)

Bathymetrie (5)
Details
Substrat (29)
Details

Physikalisches Monitoring - Wasser (Inhalte: 2)

Hydrographie (9)
Details
Hydrologie (26)
Details

Habitat-Monitoring - (Inhalte: 1)

Besondere Biotoptypen
Details

Monitoring von Nutzungen und anthropogenen Belastungen - (Inhalte: 2)

Müll im Meer (42)
Details
Kommerziell genutzte Fisch- und Schalentierbestände
Details

 

 

Monitoring des Zustands

Wasser (Pelagial)

  • Phytoplankton (schwebende Kleinst-Algen), Details
  • Zooplankton (schwebende Tiere), Details
  • Hydrochemie (Nährstoffe), Details
  • Hydrographie (z.B. Salzgehalt, Temperatur), Details
  • Hydrologie (z.B. Strömung, Tidenhub), Details
  • Besondere Biotoptypen, Details

Meeresboden (Benthal)

  • Makrophyten (große Algen und Blütenpflanzen), Details
  • Makrozoobenthos (Bodentiere), Details
  • Bathymetrie (Tiefenprofil), Details
  • Substrat (Bodentyp), Details
  • Besondere Biotoptypen, Details

Fische

Vögel

Meeressäuger

Monitoring von menschlichen Nutzungen und Belastungen

Eutrophierung (Anreicherung von Nährstoffen)

  • Hydrochemie (Nährstoffe), Details
  • Phytoplankton (schwebende Kleinst-Algen), Details
  • Makrophyten (große Algen und Blütenpflanzen), Details

Nicht-einheimische Arten (Neobiota)

  • Nicht-einheimische Arten, Details

Schadstoffe

Müll

Fischerei

  • Kommerziell genutzte Fisch- und Schalentierbestände, Details
Monitoring gemäß Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL)

 

Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, MSRL, bildet die Umweltsäule der EU-Meerespolitik und dient dem Schutz und Erhalt der europäischen Meeresumwelt. Ziel ist es, saubere, gesunde und produktive Meere langfristig zu bewahren bzw. wieder herzustellen. Eine Verschlechterung des Zustandes ist zu verhindern.

 

MSRL-Monitoring (Art. 11 MSRL):

  • Das MSRL-Monitoring, das Deutschland durchführt, folgt einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoring- und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.
  • Die MSRL-Monitoringprogramme folgen der Einteilung der Deskriptoren zur Festlegung des guten Umweltzustands (Anhang I MSRL).
  • MSRL-Monitoring, Stand 2014: Bericht der Bundesrepublik an die EU-Kommission über ihre Monitoringprogramme nach Art. 11 MSRL: hier klicken (Info und Download), (wie berichtet am 15.10.2014 und bei einer Teilnachlieferung am 5.11.2014).

Abstimmung des Monitorings in den Meeresregionen:

  • Deutschland stimmt die Entwicklung und Durchführung seiner MSRL-Monitoringprogramme mit den Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee ab. Ziel ist es, die Vergleichbarkeit von Monitoring und Bewertung innerhalb der Meeresregionen zu gewährleisten. Dabei stützt sich Deutschland auf die Strukturen und die Ergebnisse der langjährig bestehenden regionalen Übereinkommen und Kooperationen, vor allem OSPAR, HELCOM, TWSC.
  • So wird auch die Liste der "Indikatoren zur Bewertung des Zustands" (hier klicken) in Abstimmung mit den Entwicklungen bei OSPAR, HELCOM, TWSC u.a. aufgestellt und weiter entwickelt.

MSRL-Maßnahmen (Art. 13 MSRL):

  • Die MSRL gibt den Rahmen vor, in dem die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um bis 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder zu erhalten. Deutschland hat der EU-Kommission im März 2016 sein MSRL-Maßnahmenprogramm gemeldethier klicken.

 

Vorgaben für die Überwachung des Meeres durch Richtlinien und Übereinkommen

Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity)

Übereinkommen über die biologische Vielfalt vom 5. Juni 1992 (BGBl. 1993 II S. 1741)

In der geltenden Fassung hat das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Biodiversitäts-Konvention) (Convention on Biological Diversity,CBD) zum Ziel, die Vielfalt des Lebens auf der Erde, einschließlich der Meere, zu schützen, zu erhalten und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können.

Die drei Ziele der CBD sind:

  • die Erhaltung der biologischen Vielfalt
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile
  • der gerechte Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen (ABS).

Damit wird versucht, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte beim Umgang mit biologischer Vielfalt in Einklang zu bringen.

Weitere Informationen finden sich unter: https://www.cbd.int/

RL 91/271/EWG - Behandlung von kommunalem Abwasser

Richtlinie 91/271/EWG des Rates vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von kommunalem Abwasser

Ballastwasser-Übereinkommen

Internationales Übereinkommen von 2004 zur Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser und Sedimenten von Schiffen

Das Ballastwasser-Übereinkommen zur Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser und Sedimenten von Schiffen wurde 2004 bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO, International Maritime Organization) verabschiedet. Das Übereinkommen fordert ein Ballastwasser-Management, das weitgehend auf den bisher üblichen unkontrollierten Wasseraustausch bei Aufnahme und Ablassen von Ballastwasser verzichtet. Deutschland ist dem Ballastwasser-Übereinkommen am 13. Februar 2013 mit dem Ballastwasser-Gesetz beigetreten.

Bundesnaturschutzgesetz

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542)

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sowie die  Landesnaturschutzgesetze und Nationalparkgesetze regeln den Schutz von Arten und Lebensräumen anhand naturschutzrechtlicher Instrumentarien, einschließlich der Zulässigkeit von Eingriffen in die Natur und Landschaft.

Liste der Naturschutzgesetzte findet sich unter:

https://www.bfn.de/0506_textsammlung.html

UNESCO-Welterbekonvention

Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (UNESCO-Weltnaturerbe)

"Am 16. November 1972 hat die UNESCO das 'Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt' verabschiedet. Bis heute haben 191 Staaten das Übereinkommen ratifiziert. Leitidee der Welterbekonvention ist die Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die innerhalb ihrer Grenzen gelegenen Welterbestätten zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten (Text aus: www.unesco.de/kultur/welterbe/welterbekonvention.html).

Das Wattenmeer ist seit 2009 als Weltnaturerbe ausgezeichnet.

Wasserhaushaltsgesetz

Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585) in der geltenden Fassung (WHG)

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die geltenden Landeswassergesetze enthalten die grundlegenden Bestimmungen über den Schutz und die Nutzung von oberirdischen Gewässern, von Küsten- und Meeresgewässern sowie des Grundwassers. Das WHG enthält in den §§ 45a ff. die maßgeblichen Bestimmungen zur Umsetzung der MSRL (Abschnitt 3a: "Bewirtschaftung von Meeresgewässern").

HELCOM Baltic Sea Action Plan

HELCOM Baltic Sea Action Plan

Am 15. November 2007 haben die Umweltminister der Ostseeanliegerstaaten in Krakau den HELCOM Ostseeaktionsplan (HELCOM Baltic Sea Action Plan, BSAP) verabschiedet.

Er baut auf dem Ökosystemansatz, also einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Ökosystems Ostsee auf. Die vier thematischen Bereiche spiegeln die wesentlichen Belastungen/Belastungsquellen des Ökosystems Ostsee wider:

-       Eutrophierung (Schwerpunkt: Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, Kommunalem Abwasser und Waschmitteln),

-       Biodiversität (einschließlich Fischerei),

-       gefährliche Stoffe und

-       maritime Aktivitäten (einschließlich Schifffahrt).

Ein konkreter Katalog benennt Maßnahmen, Verantwortliche und Zeithorizonte, welche zur Verbesserung der Gewässerqualität bzw. des Zustandes der Biodiversität des Meeresökosystems Ostsee ergriffen werden müssen, um bis 2021 einen guten ökologischen Zustand der Ostsee zu erreichen.

Kommunalabwasser-Richtlinie

Die Richtlinie 91/271/EWG des Rates vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von kommunalem Abwasser (ABl. L 135 vom 30.5.1991, S. 40)

In der geltenden Fassung ist die Kommunalabwasserrichtlinie in Deutschland durch die Abwasserverordnung und die Kommunalabwasserverordnungen der Länder jeweils in der geltenden Fassung umgesetzt. Die Richtlinie legt die Anforderungen an das Sammeln, Behandeln und Einleiten von kommunalem Abwasser und an das Behandeln und Einleiten von Abwasser bestimmter Industriebranchen fest.

Richtlinie 2008/105/EG - Umweltqualitätsnormen Quecksilbereinleitung

Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik und zur Änderung bzw. Aufhebung der Richtlinien 82/176/EWG vom 22.03.1986 (UQN Quecksilbereinleitung), 8

Die UQN-RL wird in Deutschland durch die OGewV umgesetzt.

Die Richtlinie 2013/39/EU zur Änderung der Richtlinien 2000/60/EG und 2008/105/EG in Bezug auf prioritäre Stoffe im Bereich der Wasserpolitik (ABl. L 226 vom 24.08.2013, S.1) ist bis zum 14.09.2015 in nationales Recht umzusetzen.

siehe dazu: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013L0039&rid=1

Die UQN-Richtlinie legt die für die Erreichung des guten chemischen Zustands der Oberflächengewässer relevanten prioritären Stoffe und die für sie geltenden Konzentrationen in Wasser, Sedimenten oder Biota fest, die aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes nicht überschritten werden dürfen.

 

Gemeinsame Agrarpolitik

Gemeinsame Agrarpolitik der EU

 

Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist ein Politikbereich der Europäischen Union und regelt die gemeinsame Marktordnung für landwirtschaftliche Produkte und die Entwicklung des ländlichen Raums. Die GAP wurde 2013 durch vier Verordnungen reformiert:

VO (EU) 1305/2013 zur Entwicklung des ländlichen Raums,

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013R1305&rid=1

VO (EU) 1306/2013 zu horizontalen Fragen,

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013R1306&rid=1

VO (EU) 1307/2013 zu Direktzahlungen

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013R1307&rid=1

VO (EU) 1308/2013 zur Marktordnung.

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013R1308&rid=6

Verordnung über invasive gebietsfremde Arten

Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten

Im Mittelpunkt der Verordnung über invasive Arten steht eine bis 02.01.2016 zu erstellende Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Die Verordnung hat das Ziel, Maßnahmen zum Umgang mit diesen Arten im Hinblick auf Prävention, Früherkennung, rasche Reaktion und Kontrolle ihrer Einbringung und Verbreitung festzulegen.

Seerechtsübereinkommen

Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen vom 10.12.1982 (BGBl. 1994 II S. 1798)(Vertragsgesetz)

Das Seerechtsübereinkommen legt die Rechtsordnung für die Meere und Ozeane sowie die Rechte und Pflichten aller Staaten zur Nutzung und zum Schutz mariner Ressourcen sowie zum Schutz der Meeresumwelt (Art. 194 ff. SRÜ) fest.

Bonner Konvention (Convention on Migratory Species)

Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten vom 23.06.1979 (BGBl. 1984 II S. 569).

Die Bonner Konvention (CMS) hat in der geltenden Fassung den Schutz wandernder wildlebender Tierarten, einschließlich von Meerestieren, zum Ziel, die vom Aussterben bedroht sind oder sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden und internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen. Differenziert nach Schutzbedürftigkeit sind die wandernden Arten in zwei Anhängen aufgelistet. Im Rahmen der Konvention wurden regionale Unterabkommen geschlossen z.B.:

  • ASCOBANS, zum Schutz von Kleinwalen
  • AEWA, zum Schutz von wandernden Watt- und Wasservögel
  • EUROBATS, zum Erhalt der europäischen Fledermauspopulationen
  • "Seehundabkommen", zum Schutz der Seehunde im Wattenmeer

Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

RICHTLINIE 2008/56/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Juni 2008 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt (Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, MSRL)

Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) bildet die Umweltsäule der EU-Meerespolitik und erstellt eine thematische Strategie für den Schutz und die Erhaltung der europäischen Meeresumwelt. Ziel ist es, saubere, gesunde und produktive Meere und deren biologische Vielfalt langfristig zu bewahren bzw., wo durchführbar und nötig, wieder herzustellen. Eine Verschlechterung des Zustandes ist zu verhindern.

Die MSRL gibt den Rahmen vor, in dem die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um bis 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu  erreichen oder zu erhalten. Klare zeitliche und  inhaltliche Planungsschritte werden vorgegeben und Verpflichtungen aus anderen internationalen, regionalen und EU-Regelungen sind zu berücksichtigen.

Das Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, folgt einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoringprogrammen und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

Vogelschutz-Richtlinie

RICHTLINIE 2009/147/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (kodifizierte Fassung)

Die Richtlinie über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Richtlinie 79/409/EWG) oder kurz Vogelschutzrichtlinie wurde am 2. April 1979 vom Rat der Europäischen Gemeinschaft erlassen und 30 Jahre nach ihrem Inkrafttreten kodifiziert. Die kodifizierte Fassung (Richtlinie 2009/147/EG) ist am 15. Februar 2010 in Kraft getreten.

In der geltenden Fassung wird die V-RL in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz und die Landesnaturschutzgesetze jeweils in ihrer geltenden Fassung umgesetzt. Die Richtlinie hat zum Ziel, die wildlebenden Vogelarten zu schützen und bezieht hierzu die Einschränkung und Kontrolle der Jagd und die Einrichtung und Verwaltung von Vogelschutzgebieten zur Erhaltung, Wiederherstellung bzw. Neuschaffung der Lebensräume wildlebender Vogelarten ein.

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, FFH-RL)

Die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume („Natura 2000“) zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)Herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse.

In Deutschland wird die FFH-RL durch das Bundesnaturschutzgesetz und das Wasserhaushaltsgesetz sowie durch entsprechende Landesgesetze in ihrer jeweils geltenden Fassung umgesetzt.

Monitoring: Artikel 11 (Überwachung der Lebensräume und aller Arten gemäß Anhang I, Anhang II, IV und V) ist eine Verpflichtung, für alle Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang I) den Erhaltungszustand zu überwachen. Infolgedessen beschränkt sich diese Vorschrift nicht auf Natura 2000-Gebiete, sondern es sind gegebenenfalls auch Lebensraumtypen außerhalb der FFH-Gebiete in die Überwachung mit aufzunehmen.

Wasserrahmenrichtlinie

Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (Wasserrahmenrichtlinie, WRRL)

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist der gute chemische und ökologische Zustand der Gewässer, ein Verschlechterungsgebot für den Gewässerzustand, nachhaltige Wassernutzung und Schutz der Wasserressourcen sowie Schutz vor Überschwemmungen und Dürren.

Die WRRL wird in Deutschland durch das Wasserhaushaltsgesetz und die Wassergesetze der Länder sowie die Oberflächengewässerverordnung und die Grundwasserverordnung umgesetzt. Die Richtlinie gilt u.a. für die Oberflächengewässer einschließlich der Übergangs- und Küstengewässer.

Bei den Überwachungsprogrammen nach WRRL wird unterschieden in Programme zur „überblicksweisen Überwachung", zur „operativen Überwachung" und zur „Überwachung zu Ermittlungszwecken". Welche Programme wo zum Einsatz kommen, ist abhängig von Art und Ausmaß der Belastung der Wasserkörper (z.B. in Niedersachsen, siehe hier).

Nitratrichtlinie

Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen

Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen (ABl. L 375 vom 31.12.1991, S. 1)

Ziel der Richtlinie ist es, die Verunreinigung von Oberflächengewässer und Grundwasser durch Nitrat aus der Landwirtschaft vor allem durch Düngung zu verringern bzw. vorzubeugen.

Die Nitratrichtlinie formuliert folgende Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Überwachung und der Berichterstattung stehen:

  • Aufstellung und Durchführung geeigneter Überwachungsprogramme, um die Wirksamkeit der Aktionsprogramme zu überprüfen
  • Messung der Nitratkonzentration im Süßwasser und
  • Überprüfung des Zustands der Binnen-, Mündungs- und Küstengewässer unter dem Gesichtpunkt der Eutrophierung

In der geltenden Fassung wird die Nitratrichtlinie in Deutschland durch die Düngeverordnung und durch die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in der jeweils geltenden Fassung umgesetzt. 

RL 2006/11/EG - Verschmutzung infolge der Ableitung bestimmter gefährlicher Stoffe

RICHTLINIE 2006/11/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 15. Februar 2006 betreffend die Verschmutzung infolge der Ableitung bestimmter gefährlicher Stoffe in die Gewässer der Gemeinschaft (kodifizierte Fassung)

RICHTLINIE 2006/11/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 15. Februar 2006 betreffend die Verschmutzung infolge der Ableitung bestimmter gefährlicher Stoffe in die Gewässer der Gemeinschaft (kodifizierte Fassung)

Diese RL ersetzt die "Vorgänger"-Richtlinie 76/464/EWG.

Die Mitgliedstaaten müssen geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Verschmutzung der oberirdischen Binnengewässer, des Küstenmeeres und der inneren Küstengewässer durch die gefährlichen Stoffe der Stofffamilien und Stoffgruppenzu beseitigen (Stoffe der Liste I in Anhang I der RL) bzw. zu verringern (Stoffe der Liste II in Anhang I).

Muschelgewässer-Richtlinie

Muschelgewässer-Richtlinie

RICHTLINIE 2006/113/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 12. Dezember 2006 über die Qualitätsanforderungen an Muschelgewässer (kodifizierte Fassung)

Mit der Muschelgewässer-Richtlinie (MGRL) ergrieft die EU Maßnahmen, um bestimmte Muschelpopulationen vor den unheilvollen Folgen des Einleitens von Schadstoffen in die Meeresgewässer zu bewahren. Die Richtlinie ist auf Küstengewässer und Gewässer mit Brackwasser anzuwenden, deren Schutz bzw. Melioration notwendig ist, um den Muscheln Lebens- und Wachstumsmöglichkeiten zu bieten und zur Qualität der für den menschlichen Verzehr bestimmten Muscheln beizutragen.

Für die Bezeichnung der Muschelgewässer sind die Mitgliedstaaten zuständig.

VO (EG) Nr. 812/2004 - Maßnahmen gegen Walbeifänge in der Fischerei

Verordnung (EG) Nr. 812/2004 des Rates vom 26. April 2004 zur Festlegung von Maßnahmen gegen Walbeifänge in der Fischerei und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 88/98

Verordnung (EG) Nr. 812/2004 des Rates vom 21. April 2004 zur Festlegung von Maßnahmen gegen Walbeifänge in der Fischerei und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 88/98

Mit dieser Verordnung werden Maßnahmen zur Reduzierung des unbeabsichtigten Fangs von Delfinen und andere Walarten durch Fischereifahrzeuge in den Gebieten gemäß den Anhängen I und III festgelegt.

Die VO führt technische Maßnahmen zu Treibnetzen und Schleppnetzen in bestimmten Gebieten ein (siehe Anhang I), sowie die Verwendung von akustischen Abschreckvorrichtungen (Anhang II). Sie schafft ein Überwachungssystem an Bord der Fischereifahrzeuge, um mehr Informationen über Walbeifänge in gefährdeten Fischereien zu erhalten (siehe Anhang III).

EU-Fischereidatenerhebungsprogramms (DCR, DCF)

VERORDNUNG (EG) Nr. 199/2008 DES RATES vom 25. Februar 2008 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Rahmenregelung für die Erhebung, Verwaltung und Nutzung von Daten im Fischereisektor und Unterstützung wissenschaftlicher Beratung zur Durchführung

VERORDNUNG (EG) Nr. 199/2008 DES RATES vom 25. Februar 2008 zur Einführung einer gemeinschaftlichen Rahmenregelung für die Erhebung, Verwaltung und Nutzung von Daten im Fischereisektor und Unterstützung wissenschaftlicher Beratung zur Durchführung der Gemeinsamen Fischereipolitik

Diese Verordnung regelt die Erhebung und Verwaltung von biologischen, technischen, umweltbezogenen und sozioökonomischen Daten zum Fischereisektor im Rahmen mehrjähriger Programme; sowie die Verwendung von Daten zum Fischereisektor im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) zum Zwecke wissenschaftlicher Analysen. Diese Verordnung enthält ferner Bestimmungen zur Verbesserung der wissenschaftlichen Beratung, die zur Durchführung der GFP erforderlich sind.

Die Durchführungsbestimmungen finden sich in der VERORDNUNG (EG) Nr. 665/2008 DER KOMMISSION vom 14. Juli 2008 .

Weitere Informationen zum Fischereidatenerhebungsprogramm/Data Collection Framework (DCF) auch unter dem Link:

https://datacollection.jrc.ec.europa.eu/dcf-legislation

Verschiedene RLs

Verschiedene Richtlinien

Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee

Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets vom 09.04.1992 (Helsinki Übereinkommen) (BGBl. 1994 II S. 1397) (Stand Juli 2014)

In der geltenden Fassung legt das zwischenstaatliche Helsinki-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der neun Ostseeanrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung der Ostsee und der Erhaltung und Wiederherstellung ihres ökologischen Gleichgewichts fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die Helsinki-Kommission (HELCOM) auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den folgenden Themen: Biodiversität und Ökosysteme einschließlich ihrer Belastungen durch menschlicher Aktivitäten (z.B. Landwirtschaft und Fischerei), Eutrophierung, Schadstoffe einschließlich radioaktiver Stoffe und Schifffahrt (Schiffssicherheit, Notfallmanagement). Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

BSAP

Der HELCOM Ostseeaktionsplan (HELCOM Baltic Sea Action Plan, BSAP) wurde 2007 von den Umweltministern der Ostseeanliegerstaaten verabschiedet. Ein konkreter Katalog benennt Maßnahmen, Verantwortliche und Zeithorizonte, welche ergriffen werden müssen, um bis 2021 einen guten ökologischen Zustand der Ostsee zu erreichen. Die vier thematischen Bereiche Eutrophierung , Biodiversität (einschließlich Fischerei), gefährliche Stoffe und maritime Aktivitäten spiegeln die wesentlichen Belastungen/Belatungssquellen des Ökosystems Ostsee wider. 

 HELCOM Monitoring Manual / COMBINE Manual

Die HELCOM Monitoring und Assessment Strategie wurde 2013 überarbeitet, um die Anforderungen des  BSAP und der MSRL  erfüllen zu können. Dazu werden bis 2015 kontinuierlich alle bestehenden HELCOM manuals and guidelines im HELCOM Monitoring Manual zusammengeführt. Darunter auch das bisherige COMBINE Manual (Cooperative Monitoring in the Baltic Sea Environment), das seit 1992 die Monitoringmethoden der Mitgliedsstaaten zusammenfasst und regelt.

 Weitere Informationen zu Monitoring und Assessment finden sich unter: http://helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment und im HELCOM Monitoring Manual

Oslo-Paris-Übereinkommen (OSPAR)

Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks vom 22.09.1992 (OSPAR Übereinkommen) (BGBl. 1994 II, S. 1360)

In der geltenden Fassung legt das OSPAR-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Anrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung des Nordostatlantiks und der Erhaltung und Wiederherstellung der Meeresökosysteme fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die OSPAR-Kommission auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den Themen Biodiversität und Ökosysteme einschließlich menschlicher Aktivitäten, Eutrophierung, Schadstoffe, Offshore Öl- und Gastindustrie und radioaktive Substanzen. Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen, rechtsverbindliche Beschlüsse und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

Der Begriff OSPAR wird sowohl für den Vertrag als auch für die OSPAR-Kommission verwendet.

JAMP (Joint Assessment & Monitoring Programme) beschreibt die Überwachungs-Strategie, Themen und Produkte zu Monitoring und Überwachung, die für die Mitgliedstaaten  von OSPAR festgelegt sind. Die überarbeitete Version gilt für 2014-2021 unter Beachtung der Anforderungen der OSPAR Konvention und der MSRL.

(OSPAR Joint Assessment and Monitoring Programme (JAMP) 2014-2021)

Teil I beschreibt die Strategie, in Teil II werden die Themen und Produkte erläutert (besonders relevante Themen sind: A:Ökosystemansatz und Cross-cuttings issues, B: Biodiversität und Ökosysteme, E: Eutrophierung)

CEMP (Coordinated Environmental Monitoring Programme) zielt auf die Gewinnung vergleichbarer Daten zur OSPAR-Meeresregion, um diese zur Bewertung verschiedener Themenbereiche nach JAMP nutzen zu können. (Das Umweltüberwachungsprogramm CEMP befindet sich auch in Überarbeitung zur Anpassung an die MSRL Anforderungen).

Trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit

Trilaterale Regierungszusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeeres (trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit / Trilateral Wadden Sea Cooperation (TWSC)

Die trilaterale Regierungszusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeeres (TWSC-Trilateral Wadden Sea Cooperation) basiert auf der gemeinsamen Erklärung der Umweltminister aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden (Joint Declaration 1982/2010) - seit 2009 auch unter Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe nach der Welterbe Konvention.

Die drei Anrainerstaaten des Wattenmeers kooperieren auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen, Projekte und Forschung zu den Themen Biodiversität, Eutrophierung und Schadstoffe. Ziel ist es, ein weitgehend natürliches und ungestörtes Wattenmeer Ökosystem zu erhalten. Der Küstenschutz soll gewährleistet sowie der Dialog mit allen Nutzern und Interessengruppen gepflegt werden.

Eckpunkte für ein gemeinsames Management werden im trilateralen Wattenmeerplan verabschiedet. Für eine Bewertung der Umsetzung und des Erfolges der ergriffenen Maßnahmen wird das trilaterale Monitoring- und Bewertungsprogramm (TMAP) durchgeführt.

Trilaterales Seehund-Abkommen

Abkommen zum Schutz der Seehunde im Wattenmeer (trilaterales Seehund-Abkommen) vom 16. Oktober 1990

Als erstes Regionalabkommen innerhalb der Bonner Konvention (CMS-Convention on Migratory Species) trat am 01.10.1991 das Abkommen zur Erhaltung der Seehunde (Phoca vitulina) im Wattenmeer (Agreement on the Conservation of Wadden Sea Seals, CWSS) in Kraft.

Ziel des Abkommens ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Seehundpopulation im Wattenmeergebiet der drei Vertragsparteien. Ein gemeinsamer  Managementplan soll zur Umsetzung der Ziele beitragen.

Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale

Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See vom 31.03.1992 (BGBl. 1993 II S. 1113).

ASCOBANS (Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee/AGREEMENT ON THE CONSERVATION OF SMALL CETACEANS OF THE BALTIC, NORTH EAST ATLANTIC, IRISH AND NORTH SEAS) legt in der geltenden Fassung die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Vertragsstaaten zum Schutz der Kleinwale fest. Diese sollen grenzübergreifend vor menschlichen Beeinträchtigungen geschützt werden. Konkrete Maßnahmen  hierzu  enthält   der dem Abkommen beigefügte Managementplan.

Für die Schweinswal-Populationen in der Ostsee gilt der Jastarnia-Plan   ASCOBANS Recovery Plan for Baltic Harbour Porpoises

Die Schweinswal-Populationen in der Ostsee wurden als eigenständig und besonders bedroht erkannt. Deshalb haben die Vertragsstaaten 2002 einen speziellen Erhaltungsplan für die Ostsee-Schweinswale (Jastarnia-Plan) verabschiedet, der 2009 überarbeitet wurde. Sein Ziel ist die Wiederherstellung einer Populationsgröße, die die Biotopkapazität des Ökosystems Ostsee zu 80 % ausfüllt.

Jastarnia-Plan

Jastarnia-Plan ASCOBANS Recovery Plan for Baltic Harbour Porpoises

Jastarnia-Plan   ASCOBANS Recovery Plan for Baltic Harbour Porpoises

siehe  ASCOBANS

Feuchtgebiete-Übereinkommen

Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung vom 02.02.1971 (BGBl. 1976 II S. 1265).sbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung

Das RAMSAR-Übereinkommen legt in der geltenden Fassung die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Vertragsstaaten beim Schutz von Feuchtgebieten und bei der Ergreifung geeigneter Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität in ausgewiesenen Gebieten fest. Der Grundsatz  der nachhaltigen ökologisch ausgewogenen Nutzung  soll verwirklicht werden. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der Konvention vom überwiegenden Schutz  von Wasser- und Watvögeln zum ganzheitlichen Schutz der Lebensräume und ihrer Arten  weiterentwickelt.

Afrikanisch-eurasisches Wasservogel-Abkommen

Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel

Ziel des im Rahmen der Bonner Konvention (CMS) am 16.06.1995 verabschiedeten und am 01.11.1999 völkerrechtlich in Kraft getretenen Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (Agreement on the Conservation of African-Eurasian Migratory Waterbirds, AEWA) ist es, im Geltungsbereich vorkommende Wasservogelarten in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen oder hierin zu halten.

Die vom Abkommen erfassten, nach ökologischen Kriterien definierten "Wasservögel" (255 Arten) sind in Anhang II aufgelistet. In einem Aktionsplan (Anhang III) werden für diese Arten konkrete Erhaltungsmaßnahmen aufgeführt.

Weitere Info unter: www.bfn.de/0302_aewa.html

Bergen Deklaration/Göteborg Deklaration

Bergen Deklaration/Göteborg Deklaration

BDGD - Bergen Deklaration / Göteborg Deklaration

Die Erklärung/Deklaration von Bergen beinhaltet die Ministererklärung der fünften Internationalen Konferenz zum Schutz der Nordsee, die  vom 20.-21. März 2002  in Bergen,Norwegen stattfand. Die Themen umfassen u.a.  Schutz von Arten und Lebensräumen, Verhütung von Verschmutzungen, Fischerei, Raumplanung, Abfälle im Meer. Die Minister vereinbarten u.a., ökosystemare Bewirtschaftungsansätze umzusetzen und Regelungen auf der Basis des Rahmenkonzepts in der Anlage 2 der Erklärung zu treffen. In Anlage 3 werden ökologische Qualitätselemente und Qualitätsziele aufgeführt.

 

Die Göteborg-Deklaration beinhaltet die Erklärung der Minister der Nordseeanrainerstaaten zu ihrem Treffen vom 4.-5. Mai 2006 in Göteborg, Schweden zu den Themen Umweltauswirkungen von Schiffahrt und Fischerei.

 

 

 

EU-Meeresstrategie

Europäische Meeresstrategie

EMS  (Europäische Meeresstrategie)

Die EU-Meeresschutzstrategie ist Teil einer "Integrierten Meerespolitik für die Europäische Union"

Im Rahmen der Umsetzung des 6. Umweltaktionsprogramms hatte die Europäische Kommission (EU-KOM) 2005 eine thematische Strategie für den Schutz und die Erhaltung der Meeresumwelt zusammen mit einem Vorschlag (Richtlinienentwurf)  für eine Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt vorgelegt. Durch eine sektorübergreifende Politik mit einem ökosystemaren Schutzkonzept (Integrationsprinzip) sollte der gute Umweltzustand der europäischen Meeresgewässer erreicht werden.

2007 gab die EU-KOM ihr Blaubuch : "Eine integrierte Meerespolitik für die Europäische Union" sowie einen Aktionsplan heraus. Die EU hatte sich damit zu Maßnahmen in verschiedenen Sektoren verpflichtet, die u.a. den Seeverkehr, die Meeresforschung, die Meeresüberwachung und für die maritime Raumordnung der Mitgliedstaaten betreffen.

Die thematische Strategie und die im Juli 2008 in Kraft getretene Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) stellen die „Umweltsäule“ innerhalb der EU-Meerespolitik dar.

Gemeinsame Fischereipolitik

Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und (EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufh

Die GFP (Gemeinsame Fischereipolitik der EU) gilt unmittelbar in Gewässern seewärtig einer drei Seemeilenzone von der Basislinie. Die Verordnung legt die Grundsätze für die GFP und die Bewirtschaftung der Fischbestände fest. Sie wird durch eine Reihe von Verordnungen in Bezug auf technische Maßnahmen des Fischereimanagements, die gemeinsame Marktordnung für Fischereiprodukte und die europäischen Finanzierungsinstrumente konkretisiert werden.

Ziele der GFP sind die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, eine Minimierung der Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt und eine wettbewerbsfähige Fischereiwirtschaft.

Internationaler Rat für die Erkundung der Meere

Internationaler Rat für die Erkundung der Meere

Der International Council for the Exploration of the Sea (ICES, deutsch Internationaler Rat für Meeresforschung) wurde am 22. Juli 1902 in Kopenhagen von acht europäischen Ländern gegründet. (Dänemark, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Russland und Großbritannien). Heute zählt der ICES 20 Mitgliedstaaten.

Der ICES ist eine globale zwischenstaatliche Organisation, die sich vorwiegend mit Meeresforschung im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee beschäftigt. Heute koordiniert die Organisation mehr als 100 ICES Expert Groups an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen, die fast alle Aspekte in marinen Ökosystemen abdecken. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die marine  Umwelt und die lebenden Ressourcen zu erweitern und mit diesem Wissen unparteiisch und unpolitisch maßgebliche Behörden/Verwaltungen zu beraten. In der Struktur arbeiten  unter dem Rat: Science Committee, Advisory Committee, Data and Information Service,  Secretary.  Dazu kommen über 100 Expertengruppen.

Genfer Luftreinhalteabkommen der UNECE

UNECE Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung / Convention on Long-Range Transboundary Air Pollution (CLRTAP)

Das "Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung" (Convention on long-range transboundary air pollution, CLRTAP) der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) trat 1983 in Kraft. Es wurde bisher von 51 Staaten, einschließlich der EU ratifiziert. CLRTAP umfasst acht Protokolle zur Reduktion von Luftschadstoffen. Von besonderer Bedeutung ist das sog. Göteborg-Protokoll (Multikomponentenprotokoll)von 1999, ergänzt 2012:

Die beteiligten Staaten haben im Rahmen des Übereinkommen folgende Vereinbarungen getroffen:

  • die Anerkennung, dass weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung schädigende Auswirkungen auf die Umwelt hat und die Menschen und ihre Umwelt davor zu schützen sind,
  • die Verpflichtung, dass die Vertragsparteien sich bemühen, die Emissionen dieser Luftverunreinigungen zu bekämpfen,
  • die Einrichtung eines europaweiten Überwachungsnetzes,
  • die Einrichtung von Gremien für die weitere Entwicklung und den Vollzug des Übereinkommens.

Einen Überblick über Maßnahmen zur Emissionsminderung von Luftschadstoffen gibt es hier.

RL 2001/81/EG - über nationale Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe

Richtlinie 2001/81/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2001 über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe / EU National Emission Ceiling Directive (NEC-RL)

Mit der NEC-Richtlinie legt die Europäische Union nationale Emissionshöchstgrenzen für versauernde und eutrophierende Schadstoffe sowie für Ozonvorläufer fest (Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOx), Ammoniak (NH3) und flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC)). Dies dient dem Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit gegen die Gefahren, die mit diesen Schadstoffen einhergehen.

Einen Überblick über Maßnahmen zur Emissionsminderung von Luftschadstoffen gibt es hier.

Oberflächengewässerverordnung

Verordnung des Bundes zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV) vom 20.07.2011 (BGBl. I S. 1429)

Die OGewV befindet sich zum Zeitpunkt der Berichterstellung in der Novellierung (Abschluss wird 2015 erwartet). Sie dient der bundesweiten Regelung eines einheitlichen Schutzniveaus für die Oberflächengewässer (einschließlich der Küstengewässer) in Deutschland und betrifft u.a. die Typisierung von Oberflächengewässern, Anforderungen an den chemischen und ökologischen Zustand bzw. das ökologische Potenzial, Maßgaben zur Durchführung der Bestandsaufnahme und Überwachung der Gewässer.

Weitere Informationen unter:

http://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasserrecht/recht-der-oberflaechengewaesser

 

alle verantwortlichen und durchführenden Behörden

Detailliertere Informationen, welche Behörde an welchen Messprogrammen zur Überwachung des Meeres beteiligt sind, finden sich auf der Seite "Institutionen-Messprogramme-Liste".

Bund/Länder* verantwortliche und durchführende
Behörden
Bund BfG - Bundesanstalt für Gewässerkunde
BfN - Bundesamt für Naturschutz
BSH - Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
TI-SF - Thünen-Institut (Seefischerei)
UBA - Umweltbundesamt
WSV - Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Bremen SUBV - Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen
Hamburg BUE - Behörde für Umwelt und Energie
NPV HH - Nationalparkverwaltung Hamburgisches Wattenmeer
Mecklenburg-Vorpommern LFA-Fischerei MV - Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei
LUNG MV - Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Mecklenburg-Vorpommern)
Niedersachsen LAVES - Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
NLWKN - Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasser, Küsten- und Naturschutz
NPV NI - Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
Schleswig-Holstein LKN-SH - Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein
LKN-SH | NPV - Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
LLUR - Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
LLUR | VSW - LLUR / Staatliche Vogelschutzwarte SH
Sachsen SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Sachsen-Anhalt LHW - Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW)
Brandenburg LUGV BB - Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
Flußgebietsgemeinschaften FGG Elbe - Flussgebietsgemeinschaft Elbe
FGG Ems - Flussgebietsgemeinschaft Ems
FGG Weser - Flussgebietsgemeinschaft Weser
Sonstige AWI - Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
EMEP | MSC-W - Meteorological Synthesizing Centre-West of EMEP (European Monitoring and Evaluation Programme)
Externe - Externe Auftragnehmer
IOW - Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

* An der gemeinschaftlichen, föderalen Umsetzung der Aufgaben des Meeresschutzes sind folgende Ministerien von Bund und Küstenländern beteiligt:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (Umwelt HB)
  • Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (LU MV)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU NI)
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR)

das alte Monitoring-Handbuch

 

Das alte Monitoring-Handbuch des Bund/Länder-Messprogramms (BLMP) stand von 2008 - 2015 auf der Webseite www.blmp-online.de. Für die Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) erfolgte eine umfangreiche Überarbeitung, sowohl inhaltlich als auch technisch. Das Ergebnis ist das hier dargestellte "neue" Monitoring-Handbuch.

 

Die Inhalte des alten Handbuchs können Sie als PDF hier herunterladen.