Kennblätter

Makrozoobenthos (25) (Kennblatt-Nr. 25) (Stand: 03.07.2015 )

1 - Allgemeines

1.1 Themenbereich

Biologisches Monitoring - Fauna

1.2 Definition

Unter Makrozoobenthos werden in diesem Kennblatt alle am und im Boden sowie auf Pflanzen lebenden wirbellose Organismen verstanden, die von einem Sieb mit 1 mm Maschenweite zurückgehalten werden. In den Ästuaren und Schlicksedimenten werden auch kleinere Siebweiten verwendet.

MZB-Zoobenthos-Nordsee_LLUR-Voss.jpg

1.3 Zuständige Behörde(n)

Bund/Länder* verantwortliche
Behörden
Bund BfN , UBA , BfG , BSH
Hamburg BUE
Mecklenburg-Vorpommern LUNG MV
Niedersachsen NPV NI , NLWKN
Schleswig-Holstein LKN-SH | NPV , LLUR

* An der gemeinschaftlichen, föderalen Umsetzung der Aufgaben des Meeresschutzes sind folgende Ministerien von Bund und Küstenländern beteiligt:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (Umwelt HB)
  • Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (LU MV)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU NI)
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR)

1.4 Arbeitsgruppe

FachAG Benthos

2 - Überwachungsanforderungen, Umweltziele und Gefährdungen

2.1 Allgemeine Anforderungen und rechtliche Vorgaben

MSRL

Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) bildet die Umweltsäule der EU-Meerespolitik und erstellt eine thematische Strategie für den Schutz und die Erhaltung der europäischen Meeresumwelt. Ziel ist es, saubere, gesunde und produktive Meere und deren biologische Vielfalt langfristig zu bewahren bzw., wo durchführbar und nötig, wieder herzustellen. Eine Verschlechterung des Zustandes ist zu verhindern.

Die MSRL gibt den Rahmen vor, in dem die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um bis 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu  erreichen oder zu erhalten. Klare zeitliche und  inhaltliche Planungsschritte werden vorgegeben und Verpflichtungen aus anderen internationalen, regionalen und EU-Regelungen sind zu berücksichtigen.

Das Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, folgt einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoringprogrammen und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

FFH-RL

Die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume („Natura 2000“) zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)Herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse.

In Deutschland wird die FFH-RL durch das Bundesnaturschutzgesetz und das Wasserhaushaltsgesetz sowie durch entsprechende Landesgesetze in ihrer jeweils geltenden Fassung umgesetzt.

Monitoring: Artikel 11 (Überwachung der Lebensräume und aller Arten gemäß Anhang I, Anhang II, IV und V) ist eine Verpflichtung, für alle Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang I) den Erhaltungszustand zu überwachen. Infolgedessen beschränkt sich diese Vorschrift nicht auf Natura 2000-Gebiete, sondern es sind gegebenenfalls auch Lebensraumtypen außerhalb der FFH-Gebiete in die Überwachung mit aufzunehmen.

WRRL

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist der gute chemische und ökologische Zustand der Gewässer, ein Verschlechterungsgebot für den Gewässerzustand, nachhaltige Wassernutzung und Schutz der Wasserressourcen sowie Schutz vor Überschwemmungen und Dürren.

Die WRRL wird in Deutschland durch das Wasserhaushaltsgesetz und die Wassergesetze der Länder sowie die Oberflächengewässerverordnung und die Grundwasserverordnung umgesetzt. Die Richtlinie gilt u.a. für die Oberflächengewässer einschließlich der Übergangs- und Küstengewässer.

Bei den Überwachungsprogrammen nach WRRL wird unterschieden in Programme zur „überblicksweisen Überwachung", zur „operativen Überwachung" und zur „Überwachung zu Ermittlungszwecken". Welche Programme wo zum Einsatz kommen, ist abhängig von Art und Ausmaß der Belastung der Wasserkörper (z.B. in Niedersachsen, siehe hier).

HELCOM

In der geltenden Fassung legt das zwischenstaatliche Helsinki-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der neun Ostseeanrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung der Ostsee und der Erhaltung und Wiederherstellung ihres ökologischen Gleichgewichts fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die Helsinki-Kommission (HELCOM) auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den folgenden Themen: Biodiversität und Ökosysteme einschließlich ihrer Belastungen durch menschlicher Aktivitäten (z.B. Landwirtschaft und Fischerei), Eutrophierung, Schadstoffe einschließlich radioaktiver Stoffe und Schifffahrt (Schiffssicherheit, Notfallmanagement). Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

BSAP

Der HELCOM Ostseeaktionsplan (HELCOM Baltic Sea Action Plan, BSAP) wurde 2007 von den Umweltministern der Ostseeanliegerstaaten verabschiedet. Ein konkreter Katalog benennt Maßnahmen, Verantwortliche und Zeithorizonte, welche ergriffen werden müssen, um bis 2021 einen guten ökologischen Zustand der Ostsee zu erreichen. Die vier thematischen Bereiche Eutrophierung , Biodiversität (einschließlich Fischerei), gefährliche Stoffe und maritime Aktivitäten spiegeln die wesentlichen Belastungen/Belatungssquellen des Ökosystems Ostsee wider. 

 HELCOM Monitoring Manual / COMBINE Manual

Die HELCOM Monitoring und Assessment Strategie wurde 2013 überarbeitet, um die Anforderungen des  BSAP und der MSRL  erfüllen zu können. Dazu werden bis 2015 kontinuierlich alle bestehenden HELCOM manuals and guidelines im HELCOM Monitoring Manual zusammengeführt. Darunter auch das bisherige COMBINE Manual (Cooperative Monitoring in the Baltic Sea Environment), das seit 1992 die Monitoringmethoden der Mitgliedsstaaten zusammenfasst und regelt.

 Weitere Informationen zu Monitoring und Assessment finden sich unter: http://helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment und im HELCOM Monitoring Manual

OSPAR

In der geltenden Fassung legt das OSPAR-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Anrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung des Nordostatlantiks und der Erhaltung und Wiederherstellung der Meeresökosysteme fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die OSPAR-Kommission auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den Themen Biodiversität und Ökosysteme einschließlich menschlicher Aktivitäten, Eutrophierung, Schadstoffe, Offshore Öl- und Gastindustrie und radioaktive Substanzen. Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen, rechtsverbindliche Beschlüsse und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

Der Begriff OSPAR wird sowohl für den Vertrag als auch für die OSPAR-Kommission verwendet.

JAMP (Joint Assessment & Monitoring Programme) beschreibt die Überwachungs-Strategie, Themen und Produkte zu Monitoring und Überwachung, die für die Mitgliedstaaten  von OSPAR festgelegt sind. Die überarbeitete Version gilt für 2014-2021 unter Beachtung der Anforderungen der OSPAR Konvention und der MSRL.

(OSPAR Joint Assessment and Monitoring Programme (JAMP) 2014-2021)

Teil I beschreibt die Strategie, in Teil II werden die Themen und Produkte erläutert (besonders relevante Themen sind: A:Ökosystemansatz und Cross-cuttings issues, B: Biodiversität und Ökosysteme, E: Eutrophierung)

CEMP (Coordinated Environmental Monitoring Programme) zielt auf die Gewinnung vergleichbarer Daten zur OSPAR-Meeresregion, um diese zur Bewertung verschiedener Themenbereiche nach JAMP nutzen zu können. (Das Umweltüberwachungsprogramm CEMP befindet sich auch in Überarbeitung zur Anpassung an die MSRL Anforderungen).

TWSC

Die trilaterale Regierungszusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeeres (TWSC-Trilateral Wadden Sea Cooperation) basiert auf der gemeinsamen Erklärung der Umweltminister aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden (Joint Declaration 1982/2010) - seit 2009 auch unter Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe nach der Welterbe Konvention.

Die drei Anrainerstaaten des Wattenmeeres kooperieren auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen, Projekte und Forschung zu den Themen Biodiversität, Eutrophierung und Schadstoffe. Ziel ist es, ein weitgehend natürliches und ungestörtes Wattenmeer Ökosystem zu erhalten. Der Küstenschutz soll gewährleistet sowie der Dialog mit allen Nutzern und Interessengruppen gepflegt werden.

Eckpunkte für ein gemeinsames Management werden im trilateralen Wattenmeerplan verabschiedet. Für eine Bewertung der Umsetzung und des Erfolges der ergriffenen Maßnahmen wird das trilaterale Monitoring- und Bewertungsprogramm (TMAP) durchgeführt.

 
AWZ 12-sm-Zone Küstengewässer 1) Übergangsgewässer
MSRL x x x -
FFH-RL x x x x
WRRL - - x x
HELCOM x x x -
OSPAR x x x x
TWSC - - - x

1) bei WRRL: Basislinie plus eine Seemeile


inkl. innerer Küstengewässer (Förden, Buchten und Bodden)

2.2 spezifische Anforderungen und Umweltziele

geforderte Messfrequenzen

Übersicht zu den Mindestanforderungen an die Monitoringfrequenz für das Makrozoobenthos in den Richtlinien und Programmen. Zu den Stationszahlen werden meist keine verbindlichen Angaben gemacht, da abhängig von der Heterogenität der Strukturen.

  WRRL- überblick. WRRL- operativ FFH MSRL OSPAR HELCOM TMAP
Frequenz alle 1-3 Jahre Mind. Alle 3 Jahre Mind. Alle 6 Jahre Mind. Jährlich, saisonal Mind. Jährlich Mind. Jährlich jährlich bis alle 3 Jahre

2.3 Gefährdung

Indikatorische Eignung

Das Makrozoobenthos ist unter anderem ein Indikator für folgende Belastungen und Auswirkungen:

  • Das Makrozoobenthos zeigt frühzeitig indirekte Eutrophierungseffekte an. Dabei kommt es zu Veränderungen in der Artenzusammensetzung und der Biomasse. Außerdem können unter anderem eutrophierungsbedingte Sauerstoffdefizite zum Absterben des Makrozoobenthos führen.
  • Effekte von Maßnahmen am Gewässerboden, Baggerungen, Verklappungen, Bauwerke, Schleppnetzfischerei
  • Schadstoffeintrag
  • Änderungen in der Morphologie und Hydrographie
  • Klimaänderungen

3 - Messkonzept

Allgemeine Erläuterung zu Monitoring- und Messprogrammen

Die Begriffe Monitoring(programm) und Überwachung(sprogramm) werden in diesem Handbuch i.d.R. synonym benutzt. Zwischen den Richtlinien und Übereinkommen weicht die Nomenklatur allerdings z.T. voneinander ab.  Sofern ein spezifisches Programm einer Richtlinie angesprochen wird, wird versucht, dies auch ausdrücklich zu benennen, z.B. „MSRL-Monitoringprogramm“.

Im Sinne eines Baukastensystems bilden die nationalen MESSprogramme (Kapitel 3.2) die kleinste Einheit der Monitoringprogramme zum Meeresschutz. Sie beschreiben das Wer – wie – was – wo – und - wann?  der Meeresumweltüberwachung. Die Messprogramme können unterschiedlichen Überwachungsanforderungen dienen. So bedient zum Beispiel das Wasser-Messprogramm für Schadstoffe in der Ostsee sowohl die Monitoringanforderungen nach HELCOM als auch der MSRL.

Aufbauend auf diesen nationalen Messprogrammen folgt das MSRL-Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoring- und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

3.1 Beschreibung des Messnetzes

Das Messkonzept wurde aufgrund der in Kapitel 2.1 dargelegten internationalen Verpflichtungen erstellt. Das Monitoringprogramm für die MSRL wurde im Juli 2014 an die EU gemeldet und wird weiterentwickelt. Eine detaillierte Beschreibung der Verfahren ist der Muster-Standardarbeitsanweisung (SOP MZB) für Laboratorien des BLMPs zu entnehmen. In den jeweiligen Kapiteln wird hier auf die entsprechende SOP verwiesen.


Nordsee

Abbildung 1: Messnetz für die Überwachung des Makrozoobenthos in der Nordsee: Ein repräsentatives Stationsnetz muss noch festgelegt werden. Vorschläge für Untersuchungsstationen in den Küsten- und Übergangsgewässern der Länder liegen vor und werden zurzeit in der Praxis getestet. Sie sind bezüglich der Intensität und Ausrichtung weiter zusammenzuführen. Abbildung 1 als PDF-Dokument


Küstengewässer und Übergangsgewässer

In Niedersachsen werden  9 Stationen im Sublitoral und  3 Stationen (plus 1 Transekt TMAP) im Eulitoral in den Küstengewässern 1-2 mal jährlich für das überblicksweise Monitoring des Makrozoobenthos beprobt. Hinzu kommen Stationen in den Übergangsgewässern (siehe unten) sowie die operative Überwachung. Dabei werden die unterschiedlichen Sedimente und Wassertiefen berücksichtigt. Das Makrozoobenthos in den Küstengewässern Schleswig-Holsteins wird jährlich einmal an 6 Sublitoralstationen und auf Helgoland (Tiefe Rinne, Felswatt, Laminariakrallen) beprobt. Das Wattenmeer (Eulitoral) wird an 6 Stationen 1-2 mal untersucht. Makrozoobenthos ist ein bedeutsames, prägendes und charakterisierendes Element der Lebensraumtypen (LRT). Daher ist zur Bewertung des Zustandes der LRT und der Schutzgebiete sowie der Gewässergüte die Beprobung und zum Teil eine flächenhafte Erfassung der jeweils wichtigsten Habitate des LRT oder des Gewässers notwendig. Im Einzelfall muss für die Bewertung entschieden werden, welche Habitate/Ökotope den Gewässerzustand am besten charakterisieren. Das Monitoring von LRT ist noch in der Entwicklung.

In beiden Ländern wird ein Miesmuschelmonitoring im Rahmen des Muschelmanagements durchgeführt (siehe unten).

In den Übergangsgewässern ist jeweils 1 Transekt pro Salinitätszone mit Sub- und Eulitoralstationen sowie die Nutzung der jährlichen BfG Stationen vorgesehen (Ästuarmonitoring).

Hohe See/AWZ Von 2008 bis 2011 führte das IOW im Auftrag des BSH das biologische Monitoring in der AWZ durch. Seit 2012 ist das biologische Monitoring in der AWZ ausgesetzt.

Das Messnetz für die AWZ in der Nordsee umfasst 12 Stationen, die pro Jahr im Frühjahr und im Herbst vom IOW beprobt werden. Es werden möglichst alle benthischen Lebensgemeinschaften sowie verschiedene Sedimenteigenschaften und Tiefenstufen berücksichtigt.

Muschelbänke

Neben den punktuellen Überwachungen an den Stationen des dargestellten Messnetzes müssen auch flächenhafte Untersuchungen zur Erfassung der eulitoralen Muschelbänke durchgeführt werden. Bei den sublitoralen Muschelbänken müssen die Kenntnisse zur Lage und Größe für eine Einbindung ins Monitoring noch vervollständigt werden.


Ostsee

Abbildung 2: Messnetz für die Überwachung des Makrozoobenthos in der Ostsee: Abbildung 2 als PDF-Dokument


Küstengewässer und Übergangsgewässer

Für das Monitoring der Weichböden werden an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einmal jährlich im Frühjahr die Flachwasserbereiche (< 15 m Wassertiefe) an 14 Stationen beprobt. Die tiefen Schlickbereiche (> 15 m Wassertiefe) werden aufgrund der saisonalen Sauerstoffdefizite im Herbst an 17 Stationen aufgesucht.

An der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste umfasst das Messprogramm die Untersuchung der Fauna der Weichböden an 18 Stationen im Flachwasserbereich (< 15 m Wassertiefe) einmal jährlich im Frühjahr/Sommer. 12 Stationen werden in den tieferen Schlickgebieten (> 15 m Wassertiefe) einmal jährlich im Herbst beprobt.

Hohe See/AWZ (IOW im Auftrag des BSH)

Das Messnetz für die AWZ in der Ostsee umfasst 8 Stationen, die einmal pro Jahr im Herbst vom IOW beprobt werden. Die ausgewählten Stationen sind traditionell die HELCOM-Stationen, die seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig untersucht werden. Einzige Ausnahme ist die Station 18, die vor der Küste von Kühlungsborn in 20 m Wassertiefe liegt und territorial noch zu Mecklenburg-Vorpommern zählt. Da für diese Station ebenfalls lange Messreihen vorliegen und dieser Abschnitt der Küste indikativ für Sauerstoffmangel und für Einstromlagen aus der Kieler Bucht ist, wurde sie ebenfalls in die Messnetzroutine aufgenommen.

3.2 Monitoring-Aktivitäten

Im Sinne eines Baukastensystems bilden die nationalen MESSprogramme (Kapitel 3.2) die kleinste Einheit der Monitoringprogramme zum Meeresschutz. Sie beschreiben das Wer – wie – was – wo – und - wann?  der Meeresumweltüberwachung. Die Messprogramme können unterschiedlichen Überwachungsanforderungen dienen. So bedient zum Beispiel das Wasser-Messprogramm für Schadstoffe in der Ostsee sowohl die Monitoringanforderungen nach HELCOM als auch der MSRL.

Aufbauend auf diesen nationalen Messprogrammen folgt das MSRL-Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoring- und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (Messprogramm-Nr. 119)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • LLUR
  • LUNG MV
  • BfN
  • LKN-SH
Beteiligte Institutionen -
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 2006-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) -
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

Ähnliches Monitoring (Greifer) schon bedeutend länger und vor der Entwicklung von WRRL-Multimetrischen Indices (MarBIT, BQI)

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer BAL
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j)

Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, HELCOM, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)

Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a) -
Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Weichboden; Makrozoobenthos – Infauna Gemeinschaften

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
  • Belastung
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms -
Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)

Eine detaillierte Beschreibung der Methoden zu Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden) ist der Muster-Standardarbeitsanweisung SOP MZB (Kapitel 9) für Laboratorien des BLMPs zu entnehmen.

Methoden der Beprobung

  • Van Veen Greifer 0,1 ; 30 - 80 kg, van Veen Greifer 0.2 ;
  • Rahmendredge
  • Siebe: 1 mm Maschenweite
  • Rahmen mit Netzbeutel (250 µm) für Phytalfauna (MarBIT)
  • unterstützend sollen zukünftig verstärkt Sonarsysteme zum Einsatz kommen
  • Taucher
  • Video

Probenanzahl

Rahmen: 10 - 20 Parallelen

Greifer: 3 - 5 (in HELCOM 3 Parallelen)

Dredgen: mindestens 1 Hol

Labormethoden

siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Zusätzliche Parameter:

siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

 

Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und Dynamik. So kann es in einigen Jahren im Spät-sommer und Herbst durch Sauerstoffmangel als Folge der Eutrophierung zu einem Absterben vieler Bodentiere kommen. Diese indikativen Ereignisse könnten bei einem dreijährigen Probenahmerhythmus unbemerkt bleiben. Auch die Populationsdynamik einiger für das System wichtiger, kurzlebiger Arten wie z.B. der Pfeffermuschel (Abra alba) wäre nicht erkennbar. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt. Dieses erfordert eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse eine jährliche Beprobung zu empfehlen ist. Dieses erfordern auch das verwendete Bewertungssystem MarBIT (Meyer et al. 2011, Berg et al. 2015). Für die weiteren Stationen, die zur Erfassung der Variabilität im Raum erforderlich sind (Flächenmessstellen), wird dann - in Verbindung mit den Daten aus dem Dauermessstellennetz - eine Beprobung alle 6 Jahre als ausreichend angesehen.

Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen. Z.B. empfiehlt sich in der Ostsee im Flachwasser eine Probenahme im zeitigen Frühjahr (nach der Eisschmelze), in tiefen Sauerstoffmangelgebieten im Herbst. Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.

Auch die Vorgaben von HELCOM erfordern eine jährliche Probenahme , die in den Küstengewässern der Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in der AWZ im Herbst erfolgt.

Die Bewertung für die WRRL erfolgt nach dem Bewertungsverfahren MarBIT (Meyer et al. 2009, Berg et al. 2015):

  • Hartboden und Phytal: Juni - Juli
  • Weichboden: März - April; jedoch in tiefen Sauerstoffmangelgebieten im Herbst.
Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c)
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr

5-20

Frequenz (Q9h) jährlich
Beschreibung Frequenz (Q9h) -
Probenahme-Zyklus jährlich
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 4.1 Verbreitung und Fläche vorherrschender und besonderer Biotoptypen
  • 4.2 Zustand vorherrschender und besonderer Biotoptypen
Sub-Programme (Ostsee)
  • Benthische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Meeresboden-Habitate - Merkmale der Artengemeinschaften
  • Weichboden-Arten - Fauna
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
HELCOM-Indikatoren
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Verbreitung, Verteilungsmuster und Größe benthischer Habitate
Download-Link bei den regionalen Konventionen -
Bemerkung zum regionalen Status pre-core
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Populationsstruktur langlebiger makrozoobenthischer Arten
Bemerkung zum regionalen Status core
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift -
Download-Link bei den regionalen Konventionen -
Bemerkung zum regionalen Status -
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Zustand der Weichbodengemeinschaften (BQI)
Bemerkung zum regionalen Status core
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Wasserkörper

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung einer URL zur Datenansicht
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) jährlich
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d)

Je nach Fauna-Typ gibt es Tools zur Bewertung (Multimetrische Indices)

Ergänzende Angaben zu den Daten -
Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (Messprogramm-Nr. 118)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • LKN-SH
  • LLUR
  • LUNG MV
  • BfN
Beteiligte Institutionen -
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 2006-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) -
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

Gelegentlich (unregelmäßig über Jahre und Wasserkörper) wurde für die WRRL die Phytalfauna auf Steinen erhoben (für Bewertung mit MarBIT). Eine Methode zur Beprobung und Bewertung von flachen Steingründen wird in SH derzeit (2014) ermittelt.

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer BAL
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j)

Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, HELCOM, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)

Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a) -
Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Hartboden und Stein-Riffe; Makrozoobenthos – Fauna auf Fels und Steinriffen

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
  • Belastung
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms -
Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)
Methoden:

Eine detaillierte Beschreibung der Methoden zu Makrozoobenthos-Untersuchungen auf marinen Hartböden muss entwickelt  bzw. die Muster-Standardarbeitsanweisung SOP MZB für Laboratorien des BLMP muss angepasst werden.

Methoden der Beprobung 

  • An Hartböden: Rahmen
  • Siebe: 1 mm Maschenweite
  • Rahmen mit Netzbeutel (250 µm) für Phytalfauna (MarBIT)
  • unterstützend sollen zukünftig verstärkt Sonarsysteme zum Einsatz kommen
  • Taucher
  • Video

Probenanzahl

Rahmen: 10 - 20 Parallelen (MarBIT)

Labormethoden

Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten muss für Hartboden angepasst werden

Zusätzliche Parameter:

siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Frequenzen:

Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und Dynamik. So kann es in einigen Jahren im Spätsommer und Herbst durch Sauerstoffmangel als Folge der Eutrophierung zu einem Absterben vieler Bodentiere kommen. Diese indikativen Ereignisse könnten bei einem dreijährigen Probenahmerhythmus unbemerkt bleiben. Auch die Populationsdynamik einiger für das System wichtiger, kurzlebiger Arten wie z.B. der Pfeffermuschel (Abra alba) wäre nicht erkennbar. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt. Dieses erfordert eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse eine jährliche Beprobung zu empfehlen ist. Dieses erfordern auch das verwendete Bewertungssystem MarBIT (Berg et al. 2015). Für die weiteren Stationen, die zur Erfassung der Variabilität im Raum erforderlich sind (Flächenmessstellen), wird dann - in Verbindung mit den Daten aus dem Dauermessstellennetz - eine Beprobung alle 6 Jahre als ausreichend angesehen.

Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen.

Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.

Die Bewertung für die WRRL erfolgt nach dem Bewertungsverfahren MarBIT (Berg et al. 2015):

  • Hartboden und Phytal: Juni - Juli

 

Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c)
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr

5-20

Frequenz (Q9h) jährlich
Beschreibung Frequenz (Q9h) -
Probenahme-Zyklus jährlich
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 4.1 Verbreitung und Fläche vorherrschender und besonderer Biotoptypen
  • 4.2 Zustand vorherrschender und besonderer Biotoptypen
Sub-Programme (Ostsee)
  • Benthische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Hartboden-Arten - Fauna
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Wasserkörper

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung einer URL zur Datenansicht
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) jährlich
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d) -
Ergänzende Angaben zu den Daten -
Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee) (Messprogramm-Nr. 62)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • LKN-SH
  • NPV NI
  • LLUR
  • NLWKN
  • BfN
Beteiligte Institutionen -
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 2006-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) -
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

Ähnliches Monitoring (Greifer) existiert schon bedeutend länger und bereits vor der Entwicklung von WRRL-Multimetrischen Indices (M-AMBI)

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer ANS
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
  • Übergangsgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j)

Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, OSPAR, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)

Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a) -
Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Weichboden; Makrozoobenthos – Infauna Gemeinschaften

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
  • Belastung
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms

Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, OSPAR, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)

Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)

Makrozoobenthos - Nordsee - Ohne Muschelbänke - Eulitoral

Methoden:

Entnahme von Sedimentproben mithilfe von Stechkasten oder Stechrohr sowie zusätzlich visuell mit Einmessungen (z.B. Erfassung der Koordinaten zur Abgrenzung einer Gemeinschaft) oder Auszählungen (z.B. makroskopisch gut erkennbare Organismen einer Art/Flächeneinheit);

Siehe Prüfverfahren-SOP: Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Probenanzahl

Stechrohre/-kästen: 5 bis 10 Parallelen

Labormethoden

Bestimmung der Artenzusammensetzung, Abundanz und der Biomasse: Glühverlust oder Feuchtmasse (siehe Anmerkung zur Biomasse in Kapitel Muschelbänke). Die Größenklassen für Mollusken und Echinodermen sind gesondert zu bestimmen.

Siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen im marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Frequenzen:

Durch die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen natürlichen Variabilität und Dynamik. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt.

Dieses erfordert zumindest für einen Teil des Stationsnetzes eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse teilweise eine jährliche Beprobung mit Probenahmen in verschiedenen Jahreszeiten zu empfehlen ist.

Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen. In der Nordsee ist die Überwachung des Makrozoobenthos in der Regel im Frühjahr/Sommer/Herbst durchzuführen (siehe auch SOP MZB, Kapitel 9).

Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.

 

Makrozoobenthos - Nordsee - Sublitoral

Methoden:
  • Van Veen Greifer 0,1 ; 30 - 80 kg, van Veen Greifer 0.2 ; eventuell Reineck-Kastengreifer und andere
  • Rahmendredge, 1 m Breite, 0,5 - 1 cm Maschenweite
  • Siebe: 0,5 - 1 mm Maschenweite (in Übergangsgewässern zum Teil 250 µm)
  • unterstützend sollen zukünftig verstärkt Sonarsysteme/ Videotechniken zum Einsatz kommen

Siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Probenanzahl

Greifer: mindestens 5 Parallelen

Dredgen: mindestens 1 Hol

Labormethoden

siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9

Frequenzen:

Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen natürlichen Variabilität und Dynamik. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt.

Dieses erfordert zumindest für einen Teil des Stationsnetzes eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse teilweise eine jährliche Beprobung mit Probenahmen in verschiedenen Jahreszeiten zu empfehlen ist.

Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen.

Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.

In der Nordsee sollte die Überwachung des Makrozoobenthos in der Regel im Sommer / Herbst durchgeführt werden (siehe SOP MZB, Kapitel 9.)

 
Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c)
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr

5-20

Frequenz (Q9h) jährlich
Beschreibung Frequenz (Q9h) -
Probenahme-Zyklus jährlich
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 4.1 Verbreitung und Fläche vorherrschender und besonderer Biotoptypen
  • 4.2 Zustand vorherrschender und besonderer Biotoptypen
Sub-Programme (Nordsee)
  • Benthische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Meeresboden-Habitate - Merkmale der Artengemeinschaften
  • Weichboden-Arten - Fauna
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Wasserkörper

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung einer URL zur Datenansicht
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) jährlich
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d)

Je nach Fauna-Typ gibt es Tools zur Bewertung (Multimetrische Indices)

Ergänzende Angaben zu den Daten -
Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee, explizit Helgoland und Riffe) (Messprogramm-Nr. 57)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • BfN
  • LKN-SH
  • NPV NI
  • LLUR
  • NLWKN
Beteiligte Institutionen -
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 2006-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) -
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

Messung von küstennahen Riffen aktuelle in Entwicklung (2014 Test: FFH-Riff „Steingrund“)

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer ANS
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j)

Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, OSPAR, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)

Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a) -
Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Hartboden und Stein-Riffe; Makrozoobenthos – Fauna auf Fels und Steinriffen

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
  • Belastung
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms -
Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)

Makrozoobenthos - Nordsee - Muschelbänke

Methoden:

Verbreitung im Eulitoral:

Lage und Ausdehnung des Gesamtbestandes der Miesmuschelbänke werden auf der Grundlage von Luftbildern mittleren Maßstabs und zum Teil GPS-basierter Begehungen ermittelt.

Verbreitung im Sublitoral:

Die akustische Fernerkundung kann in Verbindung mit Videoaufnahmen, Greiferproben und Tauchereinsätzen die Möglichkeit bieten, die sublitorale Verbreitung von Muschelbänken, Seegraswiesen, Riffen und Sandbänke zu erfassen. Dem Einsatz der optischen Fernerkundung ist aufgrund der hohen Trübung im Wattenmeer Grenzen gesetzt. Ergebnisse über den Einsatz der akustischen Fernerkundung liegen seit 2011 (Bartholomä & Holler, 2011; Forschungsprojekt Senckenberg-Institut Wilhelmshaven) vor.

Zustand:

Miesmuscheln sind typische Habitatbildner des Wattenmeeres. Die Überwachung muss auch im Rahmen der Überwachung biogener Riffe - 1170 (im Sublitoral) und vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt - 1140 (im Eulitoral) durchgeführt werden (siehe auch: Monitoringhandbuch FFH-LRT).

Zur Ermittlung der Qualität von Miesmuschelbänken werden ausgewählte Muschelbänke im Gelände untersucht und beprobt. Die Qualität einer Miesmuschelbank ergibt sich anhand folgender populationsbiologischer Parameter:

  • Flächenausdehnung der Bank
  • Bedeckung (prozentualer Anteil der muschelbesetzten Beete an der Gesamtfläche einer Muschelbank)
  • Besatz (prozentualer Anteil der muschelbesetzten Flächen auf den Muschelbeeten)
  • Biomasse (Lebendgewicht)
  • Abundanz
  • Längen-Häufigkeitsverteilung (Altersstruktur)

siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), (Kapitel 9.1.2.7).

Begleitfauna und -flora

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden an ausgewählten Stationen Proben zur Begleitfauna der Muschelbänke genommen. Eine Einbindung in die Bewertung nach WRRL und FFH-RL steht noch aus.

Allgemeine Anmerkung zum Parameter Biomasse:

Die WRRL fordert nicht die Bestimmung der Biomasse. Veränderungen in der Biomasse geben jedoch die ersten Anzeichen für Veränderungen der Eutrophierungsprozesse. OSPAR, TMAP und HELCOM zielen mit ihren Monitoringprogrammen direkt auf die Erfassung der Eutrophierungsprozesse ab. Die Bestimmung der Biomasse wird durch die FFH-Richtlinie, die MSRL, und die Meeresschutzkonventionen gefordert und wird deshalb durchgeführt.

Frequenzen:

Allgemein:

Die Überwachung der Muschelbänke wird an repräsentativen Standorten mindestens 1 mal pro Jahr im Frühjahr/Sommer durchgeführt.

Verbreitung:

Jährliche Überwachung. Auftreten, Verteilung, Ausdehnung und Qualität von Muschelbänken unterliegen größeren jährlichen Schwankungen. Um diese zwischen den Jahren und in den Bänken vergleichen und bewerten zu können, sind mindestens jährliche Erhebungen erforderlich. Zudem ist die Ausbildung auch von der jeweiligen Witterung (z.B. Sturmereignisse) abhängig.

Zustand:

1-2 x pro Jahr

Um eine höhere zeitliche Auflösung der Entwicklung im Jahresgang zu erhalten, werden einzelne Muschelbänke monatlich beprobt.

 
Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c)
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr

5-20

Frequenz (Q9h) jährlich
Beschreibung Frequenz (Q9h) -
Probenahme-Zyklus -
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 4.1 Verbreitung und Fläche vorherrschender und besonderer Biotoptypen
  • 4.2 Zustand vorherrschender und besonderer Biotoptypen
Sub-Programme (Nordsee)
  • Benthische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Hartboden-Arten - Fauna
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Wasserkörper

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung einer URL zur Datenansicht
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) jährlich
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d) -
Ergänzende Angaben zu den Daten -

4 - Bewertung

 

4.1 Nord- und Ostsee

Makrozoobenthos
Autor:
Richtlinie: Verschiedene RLs
Bemerkung: Die Bewertungsverfahren sind zurzeit für die WRRL am weitesten fortgeschritten und z.T. auch für die Anwendung nach FFH-Richtlinie geeignet. In diesem Kapitel dominieren daher noch die Verfahren nach WRRL. Die Eignung für eine FFH-Bewertung ist an praktischen Beispielen zu prüfen. Ebenso ist eine Verwendungsmöglichkeit für die MSRL anhand der Anforderungen noch zu klären.
MSRL, Aktueller Stand Bewertungsverfahren, Makrozoobenthos
Richtlinie: Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie
Bemerkung:

Aktueller Stand Bewertungsverfahren für MSRL-Indikatoren

1. Einsatzbereite Bewertungsverfahren MSRL

In den Küstengewässern (WRRL, bis zur 1-Seemeilengrenze) können in der Regel die Bewertungsverfahren und Monitoringdaten der WRRl herangezogen werden, um für die MSRL den Zustand von küstennahen Biotoptypen zu bewerten. Teilweise sind hierzu nur einzelne Metrics/Module dieser i.d.R. multimetrischen Verfahren geeignet.

2. In Entwicklung befindliche Bewertungsverfahren

Für den Bereich der Hoheitsgewässer (1- bis 12-Seemeilenzone) und der AWZ wird im Rahmen des HELCOM-Projekts CORESET II ein multimetrischer Index (BQI) entwickelt und an die spezifischen Bedingungen der verschiedenen Ostseeküsten und -becken angepasst. Die Entwicklung soll Mitte 2015 abgeschlossen sein. Ein Praxistest und ein Abgleich mit den WRRL-Verfahren steht noch aus.

MSRL Art. 9 "Guter Umweltzustand" (GES)
Richtlinie: Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie
Bemerkung:

Bis zum 15. Oktober 2012 waren auf der Grundlage der Anfangsbewertung (Art. 8 MSRL) und der sogenannten Deskriptoren (Anhang I MSRL) erstmals Merkmale für den guten Umweltzustand (GES) der deutschen Meeresbereiche zu beschreiben (Art. 9 MSRL).

Aufgrund der Datenlage und der beschränkten Anzahl an einsatzfähigen Bewertungs-Verfahren, -Kriterien und -Indikatoren war es im ersten Bericht noch nicht möglich, für alle MSRL-Themen spezifische Grenz- und Schwellenwerte (oder andere Quantifizierungen im Sinne eines GES) zu beschreiben.

Deshalb nimmt der Bericht von 2012 Bezug auf bestehende Zustandsbewertungen. Wichtige Grundlagen dazu liefern die WRRL und die FFH-RL und VRL der Europäischen Union. Darüber hinaus wurden die Arbeiten der regionalen Meeresschutzübereinkommen für Nordsee und Ostsee, OSPAR und HELCOM, u.a. herangezogen.

  • Informationen zu den deutschen Berichten Art. 8 - 10 MSRL (2012): hier
  • Beschreibung eines guten Umweltzustands für die deutsche Nordsee nach Artikel 9 MSRL (2012) Download
  • Beschreibung eines guten Umweltzustands für die deutsche Ostsee nach Artikel 9 MSRL (2012) Download
  • Übersicht der Deskriptoren zur Festlegung des guten Umweltzustands (Anhang I MSRL): hier
  • aktueller Entwickungsstand von "Indikatoren zur Bewertung des Zustands": hier

4.2 Nordsee

Multimetric AZTI Marine Biotic Index (M-AMBI)
Autor: Borja et al.(2000), Muxika et al. (2007)Metrics: Ambi Index, Artenzahl, Diversität (Shannon)
Richtlinie: Wasserrahmenrichtlinie
Gewässer: Küstengewässer
Bemerkung:

Der M-AMBI wurde auf Basis der Arbeiten von Grall & Glemarec, 1997 von Borja et al. (2000) für Ästuare und Küstengebiete entwickelt. Der Index bewertet eine Verschiebung des Artenspektrums innerhalb 5 ökologisch begründeter Gruppen (u.a. die Sensitivität gegenüber organischer Anreicherung). Eine Wertänderung ist dabei z.B. durch die Zunahme von opportunistischen Arten gegenüber der Referenz gekennzeichnet (AMBI). Hinzu kommen die Metrics Artenzahl und Diversität nach Shannon-Wiener. Aufgrund der Verrechnung der Einzelwerte und der Einbindung der jeweiligen gewässerspezifischen Referenz werden hier nur die EQR angegeben.

Die Bewertung basiert auf folgenden international abgestimmten Klassengrenzen (NEA GIG: NEA 1/26 und NEA 3/4, interkalibriert sind nur die Klassen high/ good und good/ moderate).

Ökologischer Zustandsehr gutgutmäßigunbefriedigendschlecht
M-AMBI>=0,85<0,85-0,7<0,7-0,4<0,4-0,2<0,2

Die Methode wurde nach ersten Anwendungstests modifiziert (Anpassung der Klassengrenzen wie oben dagestellt nach Heyer, 2007). Eine erste Bewertung wurde mit aktuellen Daten aus dem Monitoring 2006 bis 2009 für die Küstengewässer durchgeführt (Heyer 2008, Grotjahn et al. 2008, Heyer 2009).

Anzeige von Belastungen:

Nach verschiedentlichen Tests innerhalb der Interkalibration wurden organische Anreicherung und gefährliche Substanzen als die wesentlichen Belastungen benannt, die der M-AMBI anzeigen soll. Da die Eutrophierung nicht zwangsläufig mit organischer Anreicherung im Sediment gekoppelt ist wurden spezifische Referenzen für die Küstengewässer und Übergangsgewässer sowie die Ökotope entwickelt (Heyer 2009).

Helgoland

Das MarBIT-Verfahren ist auf die Haftkrallenfauna von Laminaria, der Fauna des Felswatts und der tiefen Rinne angepasst und wird angewendet.

Muschelbänke

Das MarBIT-Verfahren wird getestet und auf die eulitoralen Muschelbänke angewendet. Das Verfahren wird zurzeit optimiert.

Ästuartypieverfahren (AETV)
Autor: Krieg (2005)Metrics: Ästuartypie-Index (AeTI), Artenzahl, Abundanz
Richtlinie: Wasserrahmenrichtlinie
Gewässer: Übergangsgewässer
Bemerkung:

Von Krieg wurde ein Bewertungsverfahren für die Elbe entwickelt (AETV). Der dafür verwendete Ästuartypieindex (AeTI) stellt eine Anpassung des Potamon Typie Index (PTI) an die Verhältnisse im Übergangsgewässer dar und bewertet neben der Artenzusammensetzung und Abundanz vor allem das Vorhandensein autökologisch eng an das Ästuar gebundener Arten (typspezifische Arten).

Die Bewertung basiert auf folgenden Klassengrenzen (bisher ist noch keine Interkalibrierung erfolgt):

Ökologischer Zustandsehr gutgutmäßigunbefriedigendschlecht
AETV>=0,920,92-0,80,8-0,550,55-0,27<0,27

Der Ansatz wurde neben der Elbe auch für die Übergangsgewässer in Ems, Eider und Weser getestet (Krieg 2008, Krieg 2011) und für die erste Bewertung nach WRRL in der Elbe, der unteren Ems und der Unterweser genutzt. Im äußeren Übergangsgewässer, also meso- und polyhalinen Bereich, wird für Weser und Ems aufgrund der flächenhaften Habitatstrukturen eine Bewertung mit dem M-Ambi bevorzugt.

Anzeige von Belastungen:

Der Verlust von typspezifischen Arten wird angezeigt, und damit Belastungen der benthischen Gemeinschaft, die aufgrund von Veränderungen der Sedimente, der Morphologie sowie aufgrund von Salzzonenverschiebung eintreten.

FFH-Richtlinie:

Zurzeit sind die Bewertungen nach den Vorgaben der WRRL durchgeführt worden. Eine Einbindung der FFH Anforderungen ist noch in Arbeit.

4.3 Ostsee

Benthic Quality Index (BQI)
Autor: Rosenberg et al. (2004)
Richtlinie: Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie
Gewässer: AWZ
Bemerkung: Auf Grund des starken natürlichen Salzgehaltsgradienten von West (>25 psu) nach Ost (<5 psu) in der Ostsee konnte gezeigt werden, dass die unmodifizierten Indices (z.B. Shannon, BQI, AMBI) nicht angewendet werden können (Zettler et al. 2007). Außerdem wurde gezeigt, dass die Probengröße einen entscheidenen Einfluss auf die Berechnung haben kann (Fleischer et al. 2007). Mit Hilfe einer sowohl räumlich als auch zeitlich umfassenden Makrozoobenthos-Datenbank vom Leibniz-Institut für Meereskunde (GEOMAR) in Kiel und dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) konnte eine Anpassung des schwedischen Index BQI an die spezifischen Verhältnisse der Ostsee erreicht werden (Fleischer & Zettler 2009). Der verwendete Index wurde so modifiziert, das der Umfang der Beprobung weitestgehend einflussfrei auf die Berechnung ist. Außerdem wurde die Sensitivität/Toleranz von den meisten relevanten Vertretern des Makrozoobenthos (125 Taxa) in Abhängigkeit von zwei Tiefenstufen (unter und oberhalb 20 m) sowie für 5 Salzgehaltsstufen berechnet. Es gehen die Abundanz, die Artenzahl sowie die Sensitivität/Toleranz der Arten in die Berechnung ein. Diese Listen werden zur Verfügung gestellt, so dass jeder im Einzugsgebiet der Ostsee mit diesen Werten rechnen und eine Einschätzung der EcoQ vornehmen kann.
Marine Biotic Index Tool (MarBIT)
Autor:

Meyer et al. 2007 (2009, 3. überarbeitete Fassung, 2015, 4. überarbeitete Fassung) Metrics: MarBIT- Index = Median aus Artenvielfalt, Abundanz, störungsempfindliche Taxa, tolerante Taxa

Richtlinie: Wasserrahmenrichtlinie
Bemerkung:

Der MarBIT (Marine Biotic Index Tool) wurde von Meyer et al. (2005, 2007) zur ökologischen Bewertung der Küstenwasserkörper der Ostsee entwickelt. 2014 und 2015 wurde eine Evaluierung des Verfahrens durchgeführt (Berg et al. 2015). Er ist WRRL-konform, hat eine fünfstufige Bewertungsskala, beinhaltet typspezifische Referenzbedingungen (Artenlisten pro Habitat) und ist in allen vorkommenden Habitaten (Weichboden, Hartboden, Phytal) anwendbar. Der Ansatz arbeitet mit den von der WRRL vorgegebenen Parametern Artenvielfalt, Abundanz, störungsempfindliche Taxa und tolerante Taxa. Jeder dieser Paramter wird mit einem eigenen unabhängigen Index bewertet. Jeder einzelne Index liefert einen Wert, der auf das Intervall zwischen 0 und 1 normiert wird. Der aus diesen Einzelwerten berechnete MarBIT-Index wird als Median der Einzelwerte angegeben.

Die Bewertung basiert auf international abgestimmten Klassengrenzen. Die Abstimmung der Klassengrenzen ist in der 2. Runde der Interkalibrierung im Rahmen der Baltic GIG erfolgt.

Ökologischer Zustand sehr gut gut mäßig unbefriedigend schlecht
MarBIT 0,8-1 0,6-0,8 0,4-0,6 0,2-0,4 0-0,2

Mögliche Anzeige von Belastungen/Gefährdungen:

Sekundäre Eutrophierungseffekte (Sauerstoffmangel, Verschlickung), organische Verschmutzung (Kläranlagen), morphologische Veränderungen (Fahrrinnen, Verbau), (noch unklar ist, ob der MarBIT sensitiv auf Einträge gefährlicher Substanzen reagiert)

 

Aktueller Stand Bewertungsverfahren für MSRL-Indikatoren

1. Einsatzbereite Bewertungsverfahren MSRL

In den Küstengewässern (WRRL, bis zur 1-Seemeilengrenze) können in der Regel die Bewertungsverfahren und Monitoringdaten der WRRl herangezogen werden, um für die MSRL den Zustand von küstennahen Biotoptypen zu bewerten. Teilweise sind hierzu nur einzelne Metrics/Module dieser i.d.R. multimetrischen Verfahren geeignet.

2. In Entwicklung befindliche Bewertungsverfahren

Für den Bereich der Hoheitsgewässer (1- bis 12-Seemeilenzone) und der AWZ wird im Rahmen des HELCOM-Projekts CORESET II ein multimetrischer Index (BQI) entwickelt und an die spezifischen Bedingungen der verschiedenen Ostseeküsten und -becken angepasst. Die Entwicklung soll Mitte 2015 abgeschlossen sein. Ein Praxistest und ein Abgleich mit den WRRL-Verfahren steht noch aus.

5 - Qualitätssicherung

Die am BLMP beteiligten Einrichtungen sind verpflichtet, in Eigenverantwortung Qualitätsmanagementsysteme in Anlehnung an die DIN EN ISO/IEC 17025 zu etablieren und aufrecht zu erhalten (ARGE BLMP-Beschluss 2006). Das beinhaltet die Durchführung sowohl interner als auch externer Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Sicherstellung zuverlässiger und vergleichbarer Untersuchungsergebnisse. Dabei werden sie durch die Qualitätssicherungsstelle des BLMP am Umweltbundesamt ( QS-Stelle) unterstützt, die als unabhängige nicht direkt am Monitoring beteiligte Institution für die Koordinierung der Qualitätssicherungsmaßnahmen im Rahmen des BLMP zuständig ist. Die erforderlichen einrichtungsübergreifenden Abstimmungen erfolgen in der Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung“ (AG QS), in der Experten aus Bund und Küstenländern vertreten sind. Durch enge Zusammenarbeit mit der AG ErBeM sowie deren Fach-Arbeitsgruppen ist die direkte Verbindung zu den messenden Einrichtungen gewährleistet.

Die QS-Stelle ist für die Erarbeitung von Handreichungen wie z.B. Leitlinien zur Methodenvalidierung und von Qualitätsmanagement-Musterdokumenten zuständig. Sie organisiert Workshops und führt Ringversuche zu den im Rahmen des BLMP eingesetzten Untersuchungsverfahren und Matrizes durch. Seit 2001 bietet die QS-Stelle den BLMP-Laboratorien auch die Durchführung externer Audits auf Grundlage der DIN EN ISO 17025 mit entsprechend geschultem Personal an.

 

Für externe QM-Maßnahmen werden Angebote folgender Anbieter genutzt:

  • QS-Stelle (des BLMP am UBA (Workshops, Ringversuche, Artenliste, Normung bei DIN, CEN und ISO, Begleitung der Etablierung von QM-Systemen, Erarbeitung von Muster-SOPs, Durchführung von Audits))
  • NMBAQC (UK) (National Marine Biological Analytical Quality Control)

5.1 Messende Einrichtungen

Bund/Länder* verantwortliche
Behörden
Bund BSH
Mecklenburg-Vorpommern LUNG MV
Niedersachsen NPV NI , NLWKN
Schleswig-Holstein LLUR
Sonstige AWI , IOW

* An der gemeinschaftlichen, föderalen Umsetzung der Aufgaben des Meeresschutzes sind folgende Ministerien von Bund und Küstenländern beteiligt:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (Umwelt HB)
  • Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (LU MV)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU NI)
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR)

5.2 Monitoring-Leitfäden

Folgende im Rahmen der europäischen Meeresschutzkonventionen von HELCOM und OSPAR erarbeiteten Leitlinien dienen als Grundlage für die Ausgestaltung und Qualitätssicherung des Messprogramms:
  • OSPAR, 2004: JAMP - Guidelines on quality assurance for biological monitoring in the OSPAR area.; ICES Techniques in Marine Environment Sciences; 32; 2004. Download
  • OSPAR, 1997: JAMP, ASMO - eutrophication monitoring guidelines - benthos. Technical Annex 1: Hard bottom macrophytobenthos, soft-bottom macrophytobenthos and hard-bottom macrozoobenthos Download
  • HELCOM: COMBINE Manual, Annex C-8: Soft bottom macrozoobenthos. Download
  • OSPAR, 1997: JAMP, ASMO - eutrophication monitoring guidelines - benthos: Technical Annex 2: Soft-bottom macrozoobenthos Download

5.3 Normen

Die Anwendung validierter, d.h. für den vorgegebenen Zweck geeigneter Untersuchungsverfahren ist eine wesentliche Voraussetzung für die Qualitätssicherung in den messenden Einrichtungen. Auf folgende Normen, die regelmäßig überprüft und bei Bedarf dem aktuellen Stand der wissenschaftlich-technischen Entwicklung angepasst werden, wird zurückgegriffen:
  • DIN EN ISO/IEC 17025, 2005: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (ISO/IEC 17025: 2005); Deutsche und Englische Fassung EN ISO/IEC 17025: 2005.
  • DIN EN 14996, 2006: Wasserbeschaffenheit - Anleitung zur Qualitätssicherung biologischer und ökologischer Untersuchungsverfahren in der aquatischen Umwelt
  • DIN EN ISO 19493, 2007: Wasserbeschaffenheit - Anleitungen für meeresbiologische Untersuchungen von Hartsubstratgemeinschaften (ISO 19493:2007); Deutsche Fassung EN 19493:2007.
  • DIN EN ISO 16665 : Wasserbeschaffenheit - Anleitung für die quantitative Probenahme und Probenbearbeitung mariner Weichboden-Makrofauna (ISO 16665:2005); Deutsche Fassung EN ISO 16665:2005 (Water quality - Guidance for quantitative sampling and sample processing of marine soft-bottom macrofauna).
  • DIN EN 15196, 2006: Wasserbeschaffenheit - Anleitung zur Probenahme und Behandlung von Exuvien von Chironomidae-Larven (Diptera) zur ökologischen Untersuchung

5.4 Aktivitäten

Ringversuche

  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2013/14:
    Ringversuch "Korngrößenbestimmung, Biomassebestimmung und Sortierung/Artbestimmung/Zählung"; Anzahl der beteiligten Labore: 16, Bericht: Dezember 2014
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2004:
    Ringversuch "Bestimmung von ausgewählten Makrozoobenthosarten in einer "naturnahen" Makrozoobenthosprobe aus der westlichen Ostsee"; Anzahl der beteiligten Labore: 16, Bericht: November 2004
  • NMBAQC/BEQUALM, 2004:
    Ring Test Exercise 23; Anzahl der beteiligten Labore: 15, Bericht: 2004
  • NMBAQC/BEQUALM, 2004:
    Macrobenthos Exercise 11; Anzahl der beteiligten Labore: 10, Bericht: 2004
  • NMBAQC/BEQUALM, 2003:
    Ring Test Exercise 22; Anzahl der beteiligten Labore: 13, Bericht: 2003
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2002:
    Ringversuch "Artbestimmung ausgewählter Makrozoobenthosarten aus der Nord- und Ostsee"; Anzahl der beteiligten Labore: 13, Bericht: Oktober 2001, korrigierte Fassung Mai 2002
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2000:
    Ringversuch "Artbestimmung von 25 ausgewählten Makrozoobenthosarten"; Anzahl der beteiligten Labore: 11, Bericht: Januar 2000
  • ICES, 1985:
    Intercalibration Exercise on Sampling Methods for Macrobenthos, ICES Benthos Methods WG
    ; Anzahl der beteiligten Labore: 6, Bericht: Januar 1985

Workshops, Schulungen

  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2012:
    Taxonomischer-Workshop: Bestimmung aktuell in der Nord- und Ostsee auftretender Neobiota; 15.02. - 16.02.2012
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2011:
    Benthos-Workshop: Bestimmung aktuell in der Nord- und Ostsee auftretende Neobiota und Hartboden-Monitoring in der Ostsee; 15.06. - 16.06.2011
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2007:
    Workshop "Akkreditierung von Laboratorien nach DIN EN ISO/IEC 17025"; 08.02.2007
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2005:
    Workshop "Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025"; 31.11.2005
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2004:
    Workshop "Mollusca, Polychaeta, Oligochaeta"
  • HELCOM/BEQUALM, 2000:
    Benthos Taxonomic Workshop
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 1998:
    Workshop "Polychaeta"
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 1998:
    Workshop "Amphipoda"
  • ICES/HELCOM, 1997:
    Benthos Taxonomic Workshop
  • ICES/HELCOM, 1996:
    Workshop on Quality Assurance of Benthic Measurements in the Baltic Sea
  • ICES/HELCOM, 1994:
    Workshop on Quality Assurance of Benthic Measurements in the Baltic Sea
 

Handreichungen, Musterdokumente

Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über vorhandene QM-Dokumente und durchgeführte externe QM-Maßnahmen:
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2009: Prüfverfahren-SOP: Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), (P-SOP-BLMP-MZB_v01). Umweltbundesamt (Version: 01 vom 15.10.2009 im Mitgliederbereich)

  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2008: Muster-Qualitätsmanagementhandbuch für Laboratorien des Bund/Länder-Messprogramms nach DIN EN ISO/IEC 17025, Version: 01 vom 01.02.2008, Umweltbundesamt.

5.5 QS - Art. 11 MSRL

Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (119)

Qualitätssicherung (Q9e):Helsinki Commission Cooperative Monitoring in the Baltic Marine Environment manual of measurement protocols, Nationaler Standard (spezifizieren), Anderer Standard (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

  • Nationaler Standard:
    Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);
  • Anderer Standard:
    DIN EN ISO/IEC 17025

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time plus delayed mode validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (118)

Qualitätssicherung (Q9e):Nationaler Standard (spezifizieren), Anderer Standard (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

  • Nationaler Standard:
    Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);
  • Anderer Standard:
    DIN EN ISO/IEC 17025

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time plus delayed mode validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee) (62)

Qualitätssicherung (Q9e):Nationaler Standard (spezifizieren), Anderer Standard (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

  • Nationaler Standard:
    Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);
  • Anderer Standard:
    DIN EN ISO/IEC 17025

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time plus delayed mode validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee, explizit Helgoland und Riffe) (57)

Qualitätssicherung (Q9e):Nationaler Standard (spezifizieren), Anderer Standard (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

  • Nationaler Standard:
    Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);
  • Anderer Standard:
    DIN EN ISO/IEC 17025

 

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time plus delayed mode validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

5.6 Entwicklungsbedarf

Folgende Prüfverfahren-Muster-SOPs sind in Vorbereitung:

  • "Tauch- und Videountersuchungen"
  •  Erweiterung der Prüfverfahren-SOP "Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden)" für Übergangsgewässer

Bis 01.01.2012 soll die Etablierung der Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO/IEC 17025 im Rahmen des BLMP abgeschlossen sein.

In diesem Zusammenhang soll neben der Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards (QM-System) auch erreicht werden, dass im Zuge der Erarbeitung von SOPs, die beteiligten Labore nach einer weitgehend gemeinsamen Vorschrift arbeiten. Deshalb sind in Ergänzung des Muster-Qualitätsmanagementhandbuchs für Makrozoobenthos noch folgende SOPs zu erarbeiten:

  • SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden) - Erweiterung für die Übergangsgewässer, Fertigstellung geplant für 1. Halbjahr 2010
  • SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen mittels Tauchuntersuchungen - Fertigstellung geplant für 1. Halbjahr 2010
  • SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen mittels Videountersuchungen - Fertigstellung geplant für 2. Halbjahr 2010

Das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO/IEC 17025 schließt folgende Punkte ein:

  • dokumentierte Validierung/Verifizierung der eingesetzten Untersuchungsmethoden zur Ermittlung der Verfahrenskenndaten,
  • Vorhaltung von Referenz- und Vergleichssammlungen
  • die Qualifikation und regelmäßige Schulung des Personals bezüglich der eingesetzten Verfahren,
  • die regelmäßige Durchführung von internen und externen Audits,
  • die regelmäßige Teilnahme an nationalen und internationalen Laborvergleichen, Ringversuchen, Schulungen und Workshops sowie deren Auswertung.

Die Labore müssen die rechtzeitige und vollständige Übermittlung der Untersuchungsergebnisse an die MUDAB auf Basis der MUDAB-Datenformate, einschließlich der als Mindestmaß definierten QS-Angaben, die aber die internationalen Vorgaben (ICES) abdecken, gewährleisten.

Weitere Schritte ab 2010 sind:

  • Bereitstellung der einheitlichen Artenliste einschließlich Synonymen und regelmäßige Berücksichtigung der getroffenen Vereinbarungen zur (Neu-) Benennung von Taxa über das QS-Informationssystem
  • Liste unabhängiger Experten für problematische Bestimmungsfälle
  • alternierend Workshops zu taxonomischen Fragestellungen, zur Methodik (Schwerpunkt: Greifer- und Taucharbeit) und zu Auswertungsverfahren (Gewährleistung einheitliche Qualitätsmindeststandards aller Labore) und Ringversuche, damit möglichst einmal pro Jahr eine Form der externen QS angeboten werden kann (hier sind natürlich internationale Workshops und Ringversuche zu berücksichtigen, die eine niedrigere Frequenz durch die UBA QS-Stelle möglich machen), die ausreichend und zeitnah zu dokumentieren sind.
  • Fortschreibung des UFOPlan-Vorhabens zur Erstellung von Bestimmungsschlüsseln (Polychaeta, Chironomidae)
  • einheitliches Datenmanagement aller beteiligten Institutionen

Da durch die QS-Stelle (biologischer Bereich) nicht jährlich Workshops und Ringversuche angeboten werden können, sollten regelmäßig bilateral und eigenständig Laborvergleichsanalysen zwischen den Laboren organisiert werden, deren Ergebnisse in der AG Qualitätssicherung bzw. der Ad-hoc AG Benthos und benthische Lebensräume vorgestellt und diskutiert werden. Grundsätzlich ist auf eine Kontinuität der Bearbeiter sowie auf eine entsprechende Qualifizierung zu achten.

6 - Literatur

 
  • Bartholomä, A., Holler, P. (2011)

    Kartierung sublitoraler Habitate im Niedersächsischen Wattenmeer mittels akustischer Fernerkundung, Unveröffentl. Abschlußbericht zum Projekt 19/05 plus Anhang i. A. der niedersächsischen Wattenmeerstiftung, Senckenberg- Institut, Wilhelmshaven

    Unveröffentl. Abschlußbericht zum Projekt 19/05 plus Anhang i. A. der niedersächsischen Wattenmeerstiftung, Senckenberg- Institut, Wilhelmshaven
  • Below, H. und C. Hobohm (1998)

    Fahrwasservertiefungen in der Tideelbe und mögliche Auswirkungen auf den Bestand des Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Jb. Naturw. Verein Fstm. Lbg. 41: 103 - 115.

    Jb. Naturw. Verein Fstm. Lbg. 41: 103 - 115.
  • Berg, T., Fürhaupter, K., Meyer, T. (2015)

    Evaluierung der WRRL-Bewertungssysteme, Teil A: MarBIT (Makrozoobenthos). MariLim, Bericht im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern

    MariLim, Bericht im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern
  • Borja A., Franco, J. and V. Pérez (2000)

    A marine biotic index to establish the ecological quality of soft-bottom benthos within European estuarine and coastal environments; Mar.Poll.Bull. 40(12) 1100 - 1114.

    Mar.Poll.Bull. 40(12) 1100 - 1114.
  • Fleischer, D. & M. L. Zettler (2009)

    An adjustment of benthic ecological quality assessment to effects of salinity. Marine Pollution Bulletin 58 (2009) 351¿357.

    Marine Pollution Bulletin 58 (2009) 351¿357.
    Download
  • Fleischer, D., Grémare, A., Labrune, C., Rumohr, H., Vanden Berghe, E. & M.L. Zettler (2007)

    Performance comparison of two biotic indices measuring the ecological status of water bodies in the southern Baltic and Gulf of Lions. Marine Pollution Bulletin 54 (2007) 1598 - 1606.

    Marine Pollution Bulletin 54 (2007) 1598 - 1606.
    Download
  • Grall J. and M. Glémarec (1997)

    Using biotic edices to estimate macrobenthic community pertubations in the Bay of Brest ; Estuarine, Coastal and shelf science (44 Suppl.A): 43-53;Science for management in coastal and estuarine waters: Proceedings of th 25th annual symposium of the ECSA. Part 3 held in Dublin 11 - 16 September 1995.

    Estuarine, Coastal and shelf science (44 Suppl.A): 43-53;Science for management in coastal and estuarine waters: Proceedings of th 25th annual symposium of the ECSA. Part 3 held in Dublin 11 - 16 September 1995.
  • Grotjahn, M., Petri, G., Fischer, U. und W. Heiber (2008)

    EG WRRL - Praxistest Makrozoobenthos - Erprobung und Optimierung der Probennahmemethoden und der Bewertungsverfahren für Makrozoobenthos in den niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässern. Berichte des NLWKN 2008. 82 S. und 112 S.Anhang.c

    Berichte des NLWKN 2008. 82 S. und 112 S.Anhang.c
  • Heyer, K. (2009)

    Bestimmung von deutschen Referenzwerten für das "MAMBI-Bewertungsverfahren" und Neuberechnung der Daten des NLWKN Praxistests sowie der Hamburger und Schleswig-Holsteiner Monitoringstationen. Unveröffentl. Bericht im Auftrag des NLWKN, 52 S.c

    Unveröffentl. Bericht im Auftrag des NLWKN, 52 S.c
  • Heyer, K., (2007)

    Intercalibration report (NEA GIG). Assessment of German coastal waters; (NEA1/26, NEA3/4) by benthic invertebrates. Im Auftrag des NLWKN. 13 S.

    (NEA1/26, NEA3/4) by benthic invertebrates. Im Auftrag des NLWKN. 13 S.
  • Krieg, H.-J. (2011)

    Überblicksweise Überwachung des Weserästuars anhand der QK benthische wirbellosenfauna. Durchführung der Untersuchung und Be¬wertung der Oberflächenwasserkörper mit dem Ästuartypieverfahren in 2011, i. A. des NLWKN, Betriebsstelle Brake/Oldenburg

    i. A. des NLWKN, Betriebsstelle Brake/Oldenburg
  • Krieg, H.-J. (2007)

    Prüfung des Ästuartypieverfahrens (AeTV) als geeignete Methode für die Bewertung der Qualitätskomponente benthische wirbellose Fauna gemäß EG-WRRL für das Weserästuar, unveröffentlichtes Gutachten i. A. NLWKN Betriebsstelle Oldenburg/Brake

    unveröffentlichtes Gutachten i. A. NLWKN Betriebsstelle Oldenburg/Brake
  • Meyer, T., Berg, T. & K. Fürhaupter (2008)

    Ostsee-Makrozoobenthos-Klassifizierungssystem für die Wasserrahmenrichtlinie - Referenz-Artenlisten, Bewertungsmodell und Monitoring, MariLim im Auftrag der Univ. Rostock, 129 S.

    MariLim im Auftrag der Univ. Rostock, 129 S.
    Download
  • Meyer, T., Reincke, T., Fürhaupter, K. & S. Krause (2005)

    Ostsee-Makrozoobenthos-Klassifizierungssytem für die Wasserrahmenrichtlinie. Technical report, MARILIM für Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein, 73 S.

    Technical report, MARILIM für Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein, 73 S.
  • Muxika, I., Borja, A. and J. Bald (2007)

    Using historical data, expert judgement and multivariate analysis in assessing reference conditions and benthic ecological status, according to the European Water Framework Directive; Mar.Poll.Bull. 55(1-6):16 - 29.

    Mar.Poll.Bull. 55(1-6):16 - 29.