Kennblätter

Zooplankton (7) (Kennblatt-Nr. 7) (Stand: 03.07.2015 )

1 - Allgemeines

1.1 Themenbereich

Biologisches Monitoring - Fauna

1.2 Definition

Gesamtheit aller im Wasser schwebenden tierischen Lebewesen, die keine oder nur eine geringe Eigenbewegung haben, so dass Ortsveränderungen - insbesondere in horizontaler Richtung - ausschließlich oder ganz überwiegend durch Wasserströmungen erfolgen.

Erfasst wird Mesozooplankton (200 - 2000 µm) und zum Teil das Makrozooplankton (2 - 20 mm). 

Zooplankton-Seesternlarve-BSH-Reiners.jpg

1.3 Zuständige Behörde(n)

Bund/Länder* verantwortliche
Behörden
Bund BfG
Mecklenburg-Vorpommern LUNG MV
Niedersachsen NLWKN
Schleswig-Holstein LLUR

* An der gemeinschaftlichen, föderalen Umsetzung der Aufgaben des Meeresschutzes sind folgende Ministerien von Bund und Küstenländern beteiligt:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (Umwelt HB)
  • Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (LU MV)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU NI)
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR)

1.4 Arbeitsgruppe

Fach-Arbeitsgruppe Eutrophierung, Nährstoffe und Plankton (Fach-AG EuNäP)

2 - Überwachungsanforderungen, Umweltziele und Gefährdungen

2.1 Allgemeine Anforderungen und rechtliche Vorgaben

AWZ 12-sm-Zone Küstengewässer 1) Übergangsgewässer
MSRL x x x -
HELCOM x x x -
OSPAR x x x x
ICES x x x x

1) bei WRRL: Basislinie plus eine Seemeile

 

MSRL

Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) bildet die Umweltsäule der EU-Meerespolitik und erstellt eine thematische Strategie für den Schutz und die Erhaltung der europäischen Meeresumwelt. Ziel ist es, saubere, gesunde und produktive Meere und deren biologische Vielfalt langfristig zu bewahren bzw., wo durchführbar und nötig, wieder herzustellen. Eine Verschlechterung des Zustandes ist zu verhindern.

Die MSRL gibt den Rahmen vor, in dem die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um bis 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu  erreichen oder zu erhalten. Klare zeitliche und  inhaltliche Planungsschritte werden vorgegeben und Verpflichtungen aus anderen internationalen, regionalen und EU-Regelungen sind zu berücksichtigen.

Das Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, folgt einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoringprogrammen und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

HELCOM

In der geltenden Fassung legt das zwischenstaatliche Helsinki-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der neun Ostseeanrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung der Ostsee und der Erhaltung und Wiederherstellung ihres ökologischen Gleichgewichts fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die Helsinki-Kommission (HELCOM) auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den folgenden Themen: Biodiversität und Ökosysteme einschließlich ihrer Belastungen durch menschlicher Aktivitäten (z.B. Landwirtschaft und Fischerei), Eutrophierung, Schadstoffe einschließlich radioaktiver Stoffe und Schifffahrt (Schiffssicherheit, Notfallmanagement). Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

BSAP

Der HELCOM Ostseeaktionsplan (HELCOM Baltic Sea Action Plan, BSAP) wurde 2007 von den Umweltministern der Ostseeanliegerstaaten verabschiedet. Ein konkreter Katalog benennt Maßnahmen, Verantwortliche und Zeithorizonte, welche ergriffen werden müssen, um bis 2021 einen guten ökologischen Zustand der Ostsee zu erreichen. Die vier thematischen Bereiche Eutrophierung , Biodiversität (einschließlich Fischerei), gefährliche Stoffe und maritime Aktivitäten spiegeln die wesentlichen Belastungen/Belatungssquellen des Ökosystems Ostsee wider. 

 HELCOM Monitoring Manual / COMBINE Manual

Die HELCOM Monitoring und Assessment Strategie wurde 2013 überarbeitet, um die Anforderungen des  BSAP und der MSRL  erfüllen zu können. Dazu werden bis 2015 kontinuierlich alle bestehenden HELCOM manuals and guidelines im HELCOM Monitoring Manual zusammengeführt. Darunter auch das bisherige COMBINE Manual (Cooperative Monitoring in the Baltic Sea Environment), das seit 1992 die Monitoringmethoden der Mitgliedsstaaten zusammenfasst und regelt.

 Weitere Informationen zu Monitoring und Assessment finden sich unter: http://helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment und im HELCOM Monitoring Manual

OSPAR

In der geltenden Fassung legt das OSPAR-Übereinkommen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit der Anrainerstaaten und der EU bei der Vermeidung bzw. Bewältigung der Verschmutzung des Nordostatlantiks und der Erhaltung und Wiederherstellung der Meeresökosysteme fest. Die Vertragsstaaten kooperieren über die OSPAR-Kommission auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen und Forschung zu den Themen Biodiversität und Ökosysteme einschließlich menschlicher Aktivitäten, Eutrophierung, Schadstoffe, Offshore Öl- und Gastindustrie und radioaktive Substanzen. Im Rahmen des Übereinkommens können Empfehlungen, rechtsverbindliche Beschlüsse und andere Vereinbarungen verabschiedet werden, zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten verpflichten.

Der Begriff OSPAR wird sowohl für den Vertrag als auch für die OSPAR-Kommission verwendet.

JAMP (Joint Assessment & Monitoring Programme) beschreibt die Überwachungs-Strategie, Themen und Produkte zu Monitoring und Überwachung, die für die Mitgliedstaaten  von OSPAR festgelegt sind. Die überarbeitete Version gilt für 2014-2021 unter Beachtung der Anforderungen der OSPAR Konvention und der MSRL.

(OSPAR Joint Assessment and Monitoring Programme (JAMP) 2014-2021)

Teil I beschreibt die Strategie, in Teil II werden die Themen und Produkte erläutert (besonders relevante Themen sind: A:Ökosystemansatz und Cross-cuttings issues, B: Biodiversität und Ökosysteme, E: Eutrophierung)

CEMP (Coordinated Environmental Monitoring Programme) zielt auf die Gewinnung vergleichbarer Daten zur OSPAR-Meeresregion, um diese zur Bewertung verschiedener Themenbereiche nach JAMP nutzen zu können. (Das Umweltüberwachungsprogramm CEMP befindet sich auch in Überarbeitung zur Anpassung an die MSRL Anforderungen).

ICES

Der International Council for the Exploration of the Sea (ICES, deutsch Internationaler Rat für Meeresforschung) wurde am 22. Juli 1902 in Kopenhagen von acht europäischen Ländern gegründet. (Dänemark, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Russland und Großbritannien). Heute zählt der ICES 20 Mitgliedstaaten.

Der ICES ist eine globale zwischenstaatliche Organisation, die sich vorwiegend mit Meeresforschung im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee beschäftigt. Heute koordiniert die Organisation mehr als 100 ICES Expert Groups an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen, die fast alle Aspekte in marinen Ökosystemen abdecken. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die marine  Umwelt und die lebenden Ressourcen zu erweitern und mit diesem Wissen unparteiisch und unpolitisch maßgebliche Behörden/Verwaltungen zu beraten. In der Struktur arbeiten  unter dem Rat: Science Committee, Advisory Committee, Data and Information Service,  Secretary.  Dazu kommen über 100 Expertengruppen.

2.2 spezifische Anforderungen und Umweltziele

MSRL

MSRL - Artikel 11 (Überwachungsprogramme)

 

"Die Mitgliedstaaten erstellen auf der Grundlage der nach Artikel 8 Absatz 1 vorgenommenen Anfangsbewertung unter Bezugnahme auf die gemäß Artikel 10 festgelegten Umweltziele und gestützt auf die indikativen Listen in Anhang III sowie auf die Liste in Anhang V koordinierte Überwachungsprogramme für die laufende Bewertung des Umweltzustands ihrer Meeresgewässer und führen sie durch."

Zur Beschreibung der biologischen Gemeinschaften der vorherrschenden Lebensräume in der Wassersäule werden laut MSRL (Anhang III) Informationen über die Zooplanktongemeinschaften einschließlich der Arten und der jahreszeitlichen und geografischen Variabilität benötigt.

Diese aus dem entsprechenden Überwachungsprogramm erhaltenen Informationen fließen in die Bewertung des Umweltzustandes ein, wobei die in Anhang I aufgeführten qualitativen Deskriptoren zugrunde zu legen sind. Zooplankton sollte bei folgenden Deskriptoren berücksichtigt werden:

  • biolgische Vielfalt (D1)
  • nicht einheimische Arten (D2)
  • Nahrungsnetze (D4) 

 

Für Zooplankton gibt es kein spezifischen Umweltziel gemäß Artikel 10. Die Ergebnisse der Zooplanktonüberwachung sollten jedoch bei der Beurteilung der Umweltziele zu oben genannten Deskriptoren berücksichtigt werden.

 

HELCOM

HELCOM - COMBINE

COMBINE-Programm zur Überwachung der Eutrophierung und ihrer Effekte: Räumliche und zeitliche Variabilität des Planktons:

  • Artenzusammensetzung,
  • Abundanz und
  • Biomasse des Mesozooplanktons als sekundärer Eutrophierungseffekt und zur Charakterisierung von Wassermassen.

Untersuchungen erfolgen von deutscher Seite in den Bereichen: Östliches Gotlandbecken, südliche Zentrale Ostsee, Arkonabecken und Mecklenburger Bucht.

COMBINE manual: Deutscher Beitrag zur Überwachung der Eutrophierung und ihrer Effekte:

Feste Probenahmestationen in der offenen See, an denen die Artenzusammensetzung und Abundanz des Mesozooplanktons untersucht werden.

HELCOM ökologische Qualitätsziele: Thriving and balanced communities of plants and animals: Indikator "Zooplankton community structure".

Im HELCOM Monitoring Manual werden die Themen dieses Kennblattes unter dem folgenden Programmpunkt (programme topic) betrachtet: Zooplankton

OSPAR

Eutrophication strategy

In Übereinstimmung mit den allgemeinen Zielen von OSPAR soll die Eutrophierung verhindert und bis 2020 eine gesunde Meeresumwelt erreicht und erhalten werden, in der keine Eutrophierung mehr auftritt.

Common Procedure

"Übergreifendes Ziel ist es, bis 2020 einen gesunden Zustand der Meeresumwelt zu erreichen, in der keine Eutrophierung auftritt."

Eutrophierungszustand der Nordsee:

"Alle Bereiche der Nordsee sollen bis 2020 Nicht-Problemgebiete sein im Hinblick auf Eutrophierung, gemäß der Bewertung nach der OSPAR Common Procedure für die Bewertung des Eutrophierungszustandes von Meeresregionen."

Common Procedure

Allgemeines Verfahren (Common Procedure; OSPAR agreement 2013-8) für die Bestimmung des Eutrophierungszustandes der OSPAR-Meeresregion.

DIe Überwachung des Eutrophierungszustandes des OSPAR-Gebietes erfolgt:

"Problem areas" und "potential problem areas": jedes Jahr
"Non problem areas" alle drei Jahre

In allen Regionen, die als (potentielle) Problemgebiete im Hinblick auf die Eutrophierung identifiziert wurden, muss die Comprehensive Procedure umgesetzt werden. Diese umfasst in der "checklist of qualitative parameters for a holistic assessment" (Annex 2) Zooplankton-Grazing als Begleitparameter.

ICES

Die ICES Working Group on Zooplankton Ecology (WGZE) führt überregionale Auswertungen der nationalen Monitoring-Programme durch (z.B. vergleichende Auswertungen unterschiedlicher Zooplankton-Zeitserien im Hinblick auf klimatische Variabiliät etc.), erarbeitet Guidance-Dokumente zu Monitoring- und Analyse-Methoden und veranstaltet Worskhops, Symposien und andere Fachtreffen.

Ergebnisse des Monitorings finden sich unter anderem in dem "Zooplankton statut report (2010/2011):

http://wgze.net/zooplankton-status-report

 

2.3 Gefährdung

Zooplanktongemeinschaften werden durch folgende, auf menschliche Aktivitäten zurückzuführende Umweltbedingungen beeinflusst:

  • Eutrophierung
  • Ballastwasser (Einschleppung fremder Arten)
  • Klimawandel
  • Versauerung
  • Einleitung von organischen und anorganischen Schadstoffen
  • Fischerei

3 - Messkonzept

Allgemeine Erläuterung zu Monitoring- und Messprogrammen

Die Begriffe Monitoring(programm) und Überwachung(sprogramm) werden in diesem Handbuch i.d.R. synonym benutzt. Zwischen den Richtlinien und Übereinkommen weicht die Nomenklatur allerdings z.T. voneinander ab.  Sofern ein spezifisches Programm einer Richtlinie angesprochen wird, wird versucht, dies auch ausdrücklich zu benennen, z.B. „MSRL-Monitoringprogramm“.

Im Sinne eines Baukastensystems bilden die nationalen MESSprogramme (Kapitel 3.2) die kleinste Einheit der Monitoringprogramme zum Meeresschutz. Sie beschreiben das Wer – wie – was – wo – und - wann?  der Meeresumweltüberwachung. Die Messprogramme können unterschiedlichen Überwachungsanforderungen dienen. So bedient zum Beispiel das Wasser-Messprogramm für Schadstoffe in der Ostsee sowohl die Monitoringanforderungen nach HELCOM als auch der MSRL.

Aufbauend auf diesen nationalen Messprogrammen folgt das MSRL-Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoring- und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

3.1 Beschreibung des Messnetzes

Da die WRRL kein Monitoring des Zooplanktons vorsieht wurde dieses bisher in der Nordsee vorrangig im Rahmen von Projekten durchgeführt. In der AWZ der Nordsee nahm von 2008 - 2011 das IOW im Auftrag des BSH an 12 Stationen Zooplanktonproben. Vor dem Hintergrund der Umsetzung der MSRL wrid derzeit analog zur Indikatorenentwicklung ggf. ein Monitoringprogramm etabliert. In der Ostsee wird im Rahmen des COMBINE-Programms Zooplankton als Core-Variable 5 mal pro Jahr gemessen.

 


Ostsee

Abbildung 2: Karte mit den Stationen, an denen Zooplankton in derOstsee überwacht werden soll. Abbildung 1 als PDF-Dokument

3.2 Monitoring-Aktivitäten

Im Sinne eines Baukastensystems bilden die nationalen MESSprogramme (Kapitel 3.2) die kleinste Einheit der Monitoringprogramme zum Meeresschutz. Sie beschreiben das Wer – wie – was – wo – und - wann?  der Meeresumweltüberwachung. Die Messprogramme können unterschiedlichen Überwachungsanforderungen dienen. So bedient zum Beispiel das Wasser-Messprogramm für Schadstoffe in der Ostsee sowohl die Monitoringanforderungen nach HELCOM als auch der MSRL.

Aufbauend auf diesen nationalen Messprogrammen folgt das MSRL-Monitoring, das Deutschland gemäß Art. 11 MSRL durchführt, einer eigenen Struktur (mit MSRL-Monitoring- und Subprogrammen), die hier als Überblick dargestellt wird.

Zooplankton (Ostsee) (Messprogramm-Nr. 37)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • BSH
  • LUNG MV
  • LLUR
Beteiligte Institutionen
  • IOW
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 1979-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) -
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

HELCOM-Zooplankton-Monitoring in der AWZ begann 1979. Darüber hinaus wird z. Z. die Eignung des Zooplanktons als Indikator auch für die Küstengewässer im Rahmen von Pilotprojekten erprobt.

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer BAL
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j) -
Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a)

Zooplankton

Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Für die Interpretation der Monitoringergebnisse zusätzlich hilfreich sind folgende Parameter : Nährstoffe, Phytoplankton (Biomasse, Artzusammensetzung), Salzgehalt, Temperatur

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms -
Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)

http://fino.bsh.de/blmpweb/kennblatt?id=6&kapitel=3&html=on#Zooplankton_32 (derzeit in Überarbeitung)

Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c) HELCOM COMBINE manual http://www.helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment/manuals-and-guidelines/combine-manual
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr -
Frequenz (Q9h) andere
Beschreibung Frequenz (Q9h)

5 mal pro Jahr

Probenahme-Zyklus jährlich
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 5.2.2 Zooplankton (Größe und Abundanz) (neu: Copepoden als Qualitätsindikator der küstennahen Meeresgewässer)
  • 6.2.2 Zooplankton (Total Zooplankton Biomasse (TZB) dividiert mit Total ZP Abundanz (ZPA)) (6.2 Produktivität planktischer Schlüsselarten/trophischer Gruppen)
  • 7.1.1 Einwanderungsraten nicht-einheimischer Arten (im definierten Zeitraum)
Sub-Programme (Ostsee)
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Pelagische Habitate - Merkmale der Artengemeinschaften
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
HELCOM-Indikatoren
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Mittlere Größe des Zooplanktons und Gesamtbestand
Bemerkung zum regionalen Status core
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Trends in der Ankunft von neuen heimischen Arten
Bemerkung zum regionalen Status core
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Die Daten werden primär auf Stationsbasis belassen und können seegebietsweise zusammengefasst werden.

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung der Daten in einem internationalem Daten-Center (z.B. RSC, ICES, EEA, EMODnet)
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) unbekannt
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d) -
Ergänzende Angaben zu den Daten -
Zooplankton (Nordsee) (Messprogramm-Nr. 36)
Allgemeine Informationen
Messende Institute
Zuständige Institutionen
  • BSH
  • NLWKN
  • LLUR
Beteiligte Institutionen
  • IOW
Institutionen Zusatzangaben -
Zeitraum
Beginn des Messprogramms (Q4h) 2008-01-01
Ende des Messprogramms (Q4h) 2011-01-01
Ergänzende Angaben zum Messprogramm-Zeitraum

Derzeit erfolgt kein biologisches Monitoring in der AWZ, das heißt dieses Messprogramm steht unter Finanzierungsvorbehalt. In den Küstengewässern evtl. ab 2015 Monitoring (ebenfalls unter Finanzierungsvorbehalt).

Räumliche Abdeckung
Meeresgewässer ANS
Meeresgewässerregion (Q4i)
  • Ausschließliche Wirtschaftszone
  • Hoheitsgewässer
  • Küstensgewässer (WRRL)
Beschreibung für die Auswahl der Meeresregion (Q4j) -
Prozentuale Abdeckung (Q9g) 100
Gegenstand des Monitoring
Überwachte Elemente (Q9a)

Zooplankton

Weitere gemessene Parameter (Q9b)

Concentration of nutrients in water column

Zweck des Messprogramms (Q4k)
  • Umweltzustand und Auswirkungen
Ergänzende Angaben zum Zweck des Messprogramms -
Methodenbeschreibung einschl. Probenahme-Methode
Probenahme-Methode -
Beschreibung Probenahme-Methode (Q9d)

Die Analyse der Zooplanktonproben hat entsprechend der im BLMP abgestimmten Muster-Standardarbeitsanweisung für Laboratorien des Bund/Länder-Messprogramms, Prüfverfahren-SOP: Mesozooplankton-Erfassung in marinen Gewässern (ohne innere Küstengewässer) zu erfolgen. Das Beibehalten der bisherigen Methoden soll nur in begründeten Ausnahmefällen bei laufenden Langzeitmessreihen erfolgen.

Probenahme-Methode (URL)
Tabelle Methoden-URLs (Q9c)
Probenahme-Intervalle
Probenanzahl pro Jahr (Q9g) -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr -
Frequenz (Q9h) andere
Beschreibung Frequenz (Q9h)

In der Nordsee (AWZ) wird/wurde im Rahmen der BSH-IOW Überwachung das Zooplankton 4-5 mal pro Jahr gemessen.

Probenahme-Zyklus jährlich
Richtlinien spezifische Anforderungen
MSRL
Bezug zu Elementen des Annex III -
Bezug zu Indikatoren
  • 5.2.2 Zooplankton
  • 6.2.2 Zooplankton (Total Zooplankton Biomasse (TZB) dividiert mit Total ZP Abundanz (ZPA)) (6.2 Produktivität planktischer Schlüsselarten/trophischer Gruppen)
  • 7.1.1 Einwanderungsraten nicht-einheimischer Arten (im definierten Zeitraum)
Sub-Programme (Nordsee)
  • Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
  • Pelagische Habitate - Merkmale der Artengemeinschaften
Ergänzende Angaben zum Sub-Programm (Q9i) -
Daten-Bereitstellung
Daten-Aggregationsstand (Q10a)
  • Andere (spezifizieren)
Ergänzende Angaben zum Daten-Aggregationsstand (Q10a)

Die Daten werden primär auf Stationsbasis belassen und können seegebietsweise zusammengefasst werden.

Datenzugriff - Bereitstellung (Q10c) Bereitstellung der Daten in einem internationalem Daten-Center (z.B. RSC, ICES, EEA, EMODnet)
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum (Q10c) 2015-01-01
Datenzugriff - Datentyp (Q10c)
  • Daten-Produkte
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz (Q10c) unbekannt
Ergänzende Angaben zur Daten-Update-Frequenz (Q10c) -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard (Q10c)
  • Umweltmonitoring-Einrichtungen
Datenzugriff - Rechte (Q10c) freier Zugriff
Link zu den Daten (Q10d)
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff (Q10d) -
Ergänzende Angaben zu den Daten -

3.3 Zusätzliche Parameter

Für die Bewertung und Interpretation der Messergebnisse werden folgende zusätzliche Parameter herangezogen:
  • Salzgehalt
  • Temperatur
  • Nährstoffe
  • Phytoplankton (Biomasse, Artzusammensetzung)

4 - Bewertung

 

4.1 Nord- und Ostsee

Zooplankton
Autor:
Richtlinie: Verschiedene RLs
Bemerkung:

Ein Bewertungsverfahren steht zur Zeit noch nicht zu Verfügung. Auswertungen von Zeitreihen zeigen vor allem einen starken Temperatur-Effekt. Im Rahmen der Umsetzung der MSRL wird derzeit an verschiedenen Ansetzen zur Bewertung des Zooplanktons gearbeitet.

MSRL Art. 9 "Guter Umweltzustand" (GES)
Richtlinie: Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie
Bemerkung:

Bis zum 15. Oktober 2012 waren auf der Grundlage der Anfangsbewertung (Art. 8 MSRL) und der sogenannten Deskriptoren (Anhang I MSRL) erstmals Merkmale für den guten Umweltzustand (GES) der deutschen Meeresbereiche zu beschreiben (Art. 9 MSRL).

Aufgrund der Datenlage und der beschränkten Anzahl an einsatzfähigen Bewertungs-Verfahren, -Kriterien und -Indikatoren war es im ersten Bericht noch nicht möglich, für alle MSRL-Themen spezifische Grenz- und Schwellenwerte (oder andere Quantifizierungen im Sinne eines GES) zu beschreiben.

Deshalb nimmt der Bericht von 2012 Bezug auf bestehende Zustandsbewertungen. Wichtige Grundlagen dazu liefern die WRRL und die FFH-RL und VRL der Europäischen Union. Darüber hinaus wurden die Arbeiten der regionalen Meeresschutzübereinkommen für Nordsee und Ostsee, OSPAR und HELCOM, u.a. herangezogen.

  • Informationen zu den deutschen Berichten Art. 8 - 10 MSRL (2012): hier
  • Beschreibung eines guten Umweltzustands für die deutsche Nordsee nach Artikel 9 MSRL (2012) Download
  • Beschreibung eines guten Umweltzustands für die deutsche Ostsee nach Artikel 9 MSRL (2012) Download
  • Übersicht der Deskriptoren zur Festlegung des guten Umweltzustands (Anhang I MSRL): hier
  • aktueller Entwickungsstand von "Indikatoren zur Bewertung des Zustands": hier

4.2 Nordsee

4.3 Ostsee

5 - Qualitätssicherung

Die am BLMP beteiligten Einrichtungen sind verpflichtet, in Eigenverantwortung Qualitätsmanagementsysteme in Anlehnung an die DIN EN ISO/IEC 17025 zu etablieren und aufrecht zu erhalten (ARGE BLMP-Beschluss 2006). Das beinhaltet die Durchführung sowohl interner als auch externer Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Sicherstellung zuverlässiger und vergleichbarer Untersuchungsergebnisse. Dabei werden sie durch die Qualitätssicherungsstelle des BLMP am Umweltbundesamt ( QS-Stelle) unterstützt, die als unabhängige nicht direkt am Monitoring beteiligte Institution für die Koordinierung der Qualitätssicherungsmaßnahmen im Rahmen des BLMP zuständig ist. Die erforderlichen einrichtungsübergreifenden Abstimmungen erfolgen in der Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung“ (AG QS), in der Experten aus Bund und Küstenländern vertreten sind. Durch enge Zusammenarbeit mit der AG ErBeM sowie deren Fach-Arbeitsgruppen ist die direkte Verbindung zu den messenden Einrichtungen gewährleistet.

Die QS-Stelle ist für die Erarbeitung von Handreichungen wie z.B. Leitlinien zur Methodenvalidierung und von Qualitätsmanagement-Musterdokumenten zuständig. Sie organisiert Workshops und führt Ringversuche zu den im Rahmen des BLMP eingesetzten Untersuchungsverfahren und Matrizes durch. Seit 2001 bietet die QS-Stelle den BLMP-Laboratorien auch die Durchführung externer Audits auf Grundlage der DIN EN ISO 17025 mit entsprechend geschultem Personal an.

 

Für externe QM-Maßnahmen werden Angebote folgender Anbieter genutzt:

  • HELCOM (ZEN-Trainingskurse und Ringversuche)
  • QS-Stelle (des BLMP am UBA (Forschungsvorhaben zur Methodenvalidierung, Ringversuche, Normung bei DIN, CEN und ISO, Begleitung der Etablierung von QM-Systemen, Erstellung von Muster_SOPs, Durchführung von Audits))

5.1 Messende Einrichtungen

Bund/Länder* verantwortliche
Behörden
Bund  
Mecklenburg-Vorpommern  
Niedersachsen  
Schleswig-Holstein FTZ
Sonstige AWI , IOW , Senckenberg

* An der gemeinschaftlichen, föderalen Umsetzung der Aufgaben des Meeresschutzes sind folgende Ministerien von Bund und Küstenländern beteiligt:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen (Umwelt HB)
  • Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (LU MV)
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU NI)
  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR)

5.2 Monitoring-Leitfäden

Folgende im Rahmen der europäischen Meeresschutzkonventionen von HELCOM und OSPAR erarbeiteten Leitlinien dienen als Grundlage für die Ausgestaltung und Qualitätssicherung des Messprogramms:
  • OSPAR, 2004: JAMP - Guidelines on quality assurance for biological monitoring in the OSPAR area.; ICES Techniques in Marine Environment Sciences; 32; 2004. Download
  • HELCOM: COMBINE Manual, Annex C-7: Mesozooplankton. Download

5.3 Normen

Die Anwendung validierter, d.h. für den vorgegebenen Zweck geeigneter Untersuchungsverfahren ist eine wesentliche Voraussetzung für die Qualitätssicherung in den messenden Einrichtungen. Auf folgende Normen, die regelmäßig überprüft und bei Bedarf dem aktuellen Stand der wissenschaftlich-technischen Entwicklung angepasst werden, wird zurückgegriffen:
  • DIN EN ISO/IEC 17025, 2005: Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (ISO/IEC 17025: 2005); Deutsche und Englische Fassung EN ISO/IEC 17025: 2005.
  • DIN EN 14996, 2006: Wasserbeschaffenheit - Anleitung zur Qualitätssicherung biologischer und ökologischer Untersuchungsverfahren in der aquatischen Umwelt
  • DIN EN ISO 5667-3, 2004-05: Wasserbeschaffenheit - Probennahme - Teil 3: Anleitung zur Konservierung und Handhabung von Wasserproben (ISO 5667-3: 2003); Deutsche Fassung EN ISO 5667-3: 2003
  • ISO 5667-9, 1992-10: Wasserbeschaffenheit; Probennahme; Teil 9: Hinweise zur Probennahme von Meerwasser

5.4 Aktivitäten

Handreichungen, Musterdokumente

Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über vorhandene QM-Dokumente und durchgeführte externe QM-Maßnahmen:
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2008: Muster-Qualitätsmanagementhandbuch für Laboratorien des Bund/Länder-Messprogramms nach DIN EN ISO/IEC 17025, Version: 01 vom 01.02.2008, Umweltbundesamt.
 

Ringversuche

  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2007:
    HELCOM/BLMP-Ringversuch "Species identification, counting and biomass determination of a zooplankton sample of the Baltic Sea"; Anzahl der beteiligten Labore: 22, Bericht: 2010
  • HELCOM, 2004:
    Baltic Sea mesozooplankton ring test; Anzahl der beteiligten Labore: 10, Bericht: 2004

Workshops, Schulungen

  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2007:
    Workshop "Akkreditierung non Laboratorien nach DIN EN ISO/IEC 17025"; 08.02.2007
  • Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2005:
    Workshop "Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025"; 31.11.2005
  • ICES/HELCOM, 1996:
    Workshop on QA of biological measurements in the Baltic
  • HELCOM, 1990:
    Working Group on Zooplankton: Third Biological Intercalibration Workshop
  • HELCOM, 1982:
    Working Group on Mesozooplankton, Second Biological Intercalibration
  • BMEP, 1979:
    First Biological Workshop, Baltic Marine Environment Protection Commission

5.5 QS - Art. 11 MSRL

Zooplankton (Ostsee) (37)

Qualitätssicherung (Q9e):Nationaler Standard (spezifizieren), ICES Data Centre Data Type Guides, Helsinki Commission Cooperative Monitoring in the Baltic Marine Environment manual of measurement protocols
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

Nationale SOP / Ringversuche; HELCOM / ICES Ringversuche Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

Validation der Daten durch Expertenkenntnis

Zooplankton (Nordsee) (36)

Qualitätssicherung (Q9e):Nationaler Standard (spezifizieren), ICES Data Centre Data Type Guides
Ergänzende Angaben zur Qualitätssicherung (Q9e):

Nationale SOP / Ringversuche; ICES Ringversuche Qualitätssicherungsprogramm des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP);

Qualitätskontrolle (Q9f):

Real-time validation on the data

Ergänzende Angaben zur Qualitätskontrolle (Q9f):

Validation der Daten durch Expertenkenntnis

5.6 Entwicklungsbedarf

Folgende Prüfverfahren-Muster-SOPs sind in Vorbereitung:

  • "Mesozooplankton-Erfassung in marinen Gewässern (ohne innere Küstengewässer)"

Bis 01.01.2012 soll die Etablierung der Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO/IEC 17025 im Rahmen des BLMP abgeschlossen sein.

In diesem Zusammenhang soll neben der Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards (QM-System) auch erreicht werden, dass im Zuge der Erarbeitung von SOPs, die beteiligten Labore nach einer weitgehend gemeinsamen Vorschrift arbeiten. Deshalb sind in Ergänzung des Muster-Qualitätsmanagementhandbuchs für Zooplanktonuntersuchungen folgende SOPs zu erarbeiten:

  • SOP Mesozooplankton-Erfassung in marinen Gewässern (ohne innere Küstengewässer) - Fertigstellung geplant für 1. Halbjahr 2010

Das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO/IEC 17025 schließt folgende Punkte ein:

  • dokumentierte Validierung/Verifizierung der eingesetzten Untersuchungsmethoden zur Ermittlung der Verfahrenskenndaten,
  • kontinuierlicher Nachweis der verfahrensspezifischen Richtigkeit und Präzision, z.B. durch das Führen von Kontrollkarten und den Einsatz von (zertifizierten) Referenzmaterialien, soweit möglich,
  • die Qualifikation und regelmäßige Schulung des Personals bezüglich der eingesetzten Verfahren,
  • die regelmäßige Durchführung von internen und externen Audits,
  • die regelmäßige Teilnahme an nationalen und internationalen Laborvergleichen, Ringversuchen, Schulungen und Workshops sowie deren Auswertung.

Die Labore müssen die rechtzeitige und vollständige Übermittlung der Untersuchungsergebnisse an die MUDAB auf Basis der MUDAB-Datenformate, einschließlich der als Mindestmaß definierten QS-Angaben, die aber die internationalen Vorgaben (ICES) abdecken, gewährleisten.

Weitere Schritte ab 2009 sind:

  • Bereitstellung der einheitliche Artenliste einschließlich Synonymen über das QS-Informationssystem
  • Erarbeitung von Vereinbarungen zu nicht bis zur Art bestimmbaren Taxa
  • Liste unabhängiger Experten für problematische Bestimmungsfälle
  • alternierend Workshops zu taxonomischen Fragestellungen, zur Methodik und zu Auswertungsverfahren (Gewährleistung einheitliche Qualitätsmindeststandards aller Labore) und Ringversuche, damit möglichst einmal pro Jahr eine Form der externen QS angeboten werden kann (hier sind natürlich internationale Workshops und Ringversuche zu berücksichtigen, die eine niedrigere Frequenz durch die UBA QS-Stelle möglich machen), die ausreichend und zeitnah zu dokumentieren sind
  • Etablierung eines Datenmanagements aller beteiligten Institutionen im Rahmen der Arbeit der AG Datenmanagement

Da durch die QS-Stelle (biologischer Bereich) nicht jährlich Workshops und Ringversuche angeboten werden können und Zooplankton-Langzeitreihen, ähnlich wie beim Phytoplankton, Effekte aufweisen, die vom Bearbeiter der Proben abhängen, sollten regelmäßig bilateral und eigenständig Laborvergleichsanalysen zwischen den Laboren, die Zooplanktonuntersuchungen durchführen, organisiert und deren Ergebnisse in der AG Qualitätssicherung vorgestellt und diskutiert werden. Grundsätzlich ist bei Langzeitmessreihen auf eine Kontinuität der Bearbeiter sowie auf eine entsprechende Qualifizierung zu achten. Als Gremium für den fachlichen Austausch sollen die Bearbeiter aktiv das HELCOM MONAS Zooplankton Expert Network nutzen.

6 - Literatur

 
  • Telesh, I., Postel, L., Heerkloss, R., Mironova, E., Skarlato, S. (2008)

    Zooplankton of the Open Baltic Sea: Atlas. BMB Publication No. 20. - Meerswiss. Ber., Warnemünde, 73, 1 - 251.

    BMB Publication No. 20. - Meerswiss. Ber., Warnemünde, 73, 1 - 251.